Ärzte Zeitung online, 20.11.2009

BKA geht gegen kriminelle Pharmahändler vor

WIESBADEN (dpa). Im Rahmen einer weltweiten Polizeiaktion hat das Bundeskriminalamt sechs Fälle von illegalem Medikamentenhandel aufgedeckt. Es werde gegen die Betreiber von Internetseiten ermittelt, die sowohl nicht zugelassene wie auch gefälschte Medikamente an Kunden in Deutschland verkauft haben.

Weltweit seien bei der Aktion "Pangea II" 995 Postsendungen beschlagnahmt und 72 Webseiten abgeschaltet worden. Beteiligt sind unter anderem Interpol, der Zoll und die Weltgesundheitsorganisation WHO. Die Verfahren laufen in Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Bayern und Sachsen, teilte das BKA am Donnerstag in Wiesbaden mit.

Das BKA warnte vor Gesundheitsgefahren, die von illegal gehandelten Präparaten ausgingen. Bei den sichergestellten Mitteln seien zum Teil andere Wirkstoffe oder in anderen Dosen enthalten gewesen als auf der Packung angegeben. Es fehlten auch deutschsprachige Beipackzettel.

Die Beamten stellten umfangreiches Beweismaterial sicher, wie das BKA berichtete. Darunter waren angebliche Nahrungsergänzungsmittel für Bodybuilder, anabole Steroide, Wachstumshormone und gefälschte Potenzmittel. Es würden aber auch lebenswichtige Arzneimittel gegen Krebs oder HIV per Internet illegal gehandelt.

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