Ärzte Zeitung online, 24.11.2009

Institut: Unternehmen bauen immer mehr Vollzeitjobs ab

NÜRNBERG (dpa). Die aktuelle Krise trifft nach Erkenntnissen von Arbeitsmarktforschern vor allem Vollzeitbeschäftigte. Allein im dritten Quartal sei die Zahl der Vollzeitstellen im Vergleich zum Vorjahr um 1,3 Prozent auf 23,51 Millionen gesunken, berichtete das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) am Dienstag in Nürnberg. Der Abbau habe sich damit seit Beginn der Krise vor einem Jahr weiter beschleunigt.

Noch im zweiten Quartal 2009 war die Zahl der Vollzeitstellen lediglich um 0,8 Prozent zurückgegangen, während sie im ersten Quartal nach zuvor kräftigen Zuwächsen stagniert hatte. "Die Vollzeitbeschäftigten hängen stärker von der Konjunktur ab", resümieren die Arbeitsmarktforscher Hans-Uwe Bach und Eugen Spitznagel. Ein weiter Grund für den Abbau: In der von der Krise stark betroffenen Industrie sind Vollzeitjobs die dominierende Arbeitsform.

Dagegen habe die Teilzeitarbeit an Bedeutung gewonnen; die Zahl der entsprechenden Jobs habe im dritten Quartal mit 12,4 Millionen um 1,9 Prozent über dem vergleichbaren Vorjahres-Niveau gelegen, berichtet das Forschungszentrum der Bundesagentur für Arbeit. Der Grund: Im bislang von den wirtschaftlichen Turbulenzen verschonten Sozial- und Gesundheitsbereich sei Teilzeit überdurchschnittlich stark verbreitet.

Spürbar gefallen ist nach IAB-Erkenntnissen die Kurzarbeit. Im Monatsdurchschnitt haben im dritten Quartal nur noch 1,15 Millionen Beschäftigte kurz gearbeitet; im zweiten Quartal waren es noch 1,5 Millionen gewesen. In der Regel war bei den Betroffenen die Arbeitszeit um rund ein Drittel gekürzt. Zum fünften Mal in Folge sank die Produktivität je Arbeitsstunden. Mit 1,3 Prozent fiel der Rückgang aber nicht mehr ganz so stark aus wie in den beiden Vorquartalen, ergänzte das IAB.

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