Ärzte Zeitung online, 24.11.2009

USA: Novartis eröffnet modernes Impfstoffwerk

BASEL (nös). Der Schweizer Pharmakonzern Novartis hat in den USA eine neue Impfstofffabrik eröffnet. In dem Werk in Holy Springs sollen vor allem Influenzavakzine produziert werden, teilte das Unternehmen am Dienstag in Basel mit.

Die neue Fabrik in dem US-Bundesstaat North Carolina sei die erste große Impfstofffabrik für Influenza in den USA, hieß es aus dem Unternehmen. Zudem setzt Novartis auf zellkulturbasierte Herstellungsverfahren. Das Unternehmen ist das erste in den USA, dass dieses Verfahren für eine Massenproduktion einsetzen will.

Der Impfstoff wird nicht wie bislang üblich in infizierten Hühnereiern sondern in Zellkulturen aus tierischem Gewerbe gezüchtet. Die weltweite erste kommerzielle Produktionsstätte dieser Art hatte Novartis im Herbst 2007 im hessischen Marburg eröffnet. Dort stellt das Unternehmen neben dem saisonalen Influenzaimpfstoff OptaFlu® auch den pandemischen Schweinegrippeimpfstoff Celtura® her.

Novartis unterstreicht die Bedeutung der neuen Herstellungsmethode: Auf Zellkulturen basierende Vakzine seien sauberer und ihre Produktion könnte im Pandemiefall deutlich schneller hochgefahren werden.

Die neue Fabrik in Holy Springs wird bis zur Aufnahme der Produktion nach Angaben von Novartis knapp eine Milliarde verschlingen. Die US-Gesundheitsbehörde HHS beteilige sich im Rahmen einer Partnerschaft an dem Aufbau. Experten gehen davon, dass die Behörde sich mit rund 200 Millionen US-Dollar an dem Bau der Fabrik beteiligt hat.

Im Falle einer neuen Influenzapandemie soll die Fabrik schon vor 2011 die Produktion aufnehmen können, versicherte das Unternehmen. Die vollständige kommerzielle Produktion soll allerdings erst im Jahr 2013 anlaufen.

Novartis wird in dem Werk außerdem seinen auf Squalen basierenden Wirkverstärker MF59® produzieren. Mit dessen Herstellung soll bereits diesen Dezember begonnen werden. Die Wirkverstärker sind in den USA allerdings bislang nicht zugelassen. An entsprechenden Zulassungsstudien werden derzeit aber gearbeitet, so Novartis.

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