Ärzte Zeitung online, 25.11.2009

GfK: Privater Konsum wird 2010 stagnieren

NÜRNBERG (dpa). Der private Konsum wird nach Einschätzung der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) im kommenden Jahr stagnieren. "Wir gehen davon aus, dass es keinen Zuwachs geben wird", sagte GfK-Experte Rolf Bürkl der dpa in Nürnberg. "Für das Konsumklima wird 2010 ein schwierigeres Jahr werden als 2009."

Dies liege vor allem daran, dass die Arbeitslosigkeit deutlich zunehmen werde. "Die Situation auf dem Arbeitsmarkt ist eine wichtige Größe für die Verbraucherstimmung."

Im laufenden Jahr weist der private Konsum nach Bürkls Angaben dagegen noch ein leichtes Plus auf und zeigt sich damit als wesentliche Stütze der Konjunktur. Trotz der schwersten Rezession seit Jahrzehnten habe sich das Konsumklima 2009 stabil entwickelt und sogar leicht steigende Tendenz gezeigt.

"Das Niveau war im langjährigen Vergleich zwar nicht berauschend", schränkte der Konsumforscher ein. Aber angesichts der Wirtschaftskrise wäre eher ein Rückgang zu erwarten gewesen. Stabilisierend hätten sich die geringe Inflation und der noch robuste Arbeitsmarkt ausgewirkt. Positiv bewertete Bürkl in diesem Zusammenhang das Vorhaben der Bundesregierung, das Kurzarbeitergeld zu verlängern. "Das ist psychologisch ein gutes Signal", sagte er. Allerdings könnten die Unternehmen bei mangelnder Auslastung nicht endlos Kurzarbeit fahren.

Für das Weihnachtsgeschäft sei durchaus vorsichtiger Optimismus angebracht, sagte Bürkl. "Man muss nicht schwarzsehen." Die Konsumlaune sei stabil, und die meisten Unternehmen zahlten das Weihnachtsgeld ohne Kürzungen aus. Hinzu komme, dass das Sparen derzeit wegen der niedrigen Zinsen auch nicht besonders attraktiv sei. "Viele Anleger vertrauen außerdem dem Finanzmarkt noch nicht wieder", fügte Bürkl hinzu. Deshalb sei es durchaus wahrscheinlich, dass vorhandenes Geld für Anschaffungen hergenommen werde. Im Weihnachtsgeschäft werden nach Bürkls Einschätzung besonders Branchen wie Unterhaltungselektronik und Spielwaren davon profitieren.

Die von der Bundesregierung angekündigten Steuerentlastungen werden nach Ansicht des GfK-Experten die Konsumstimmung 2010 zunächst etwas beflügeln. "Das ist ein gutes Zeichen gerade für Familien", sagte er. Langfristig werde sich eine überbordende Verschuldung aber nachteilig auf die Konsumenten auswirken. "Hohe Zinsen und nachlassende Investitionen wirken sich auf den Arbeitsmarkt aus und schlagen zurück auf die Beschäftigten."

Topics
Schlagworte
Unternehmen (11057)
Organisationen
GfK (182)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Mütter stellen früh die Weichen für Babys Gesundheit

Dicke Mutter = dickes Baby: Diese Gleichung geht oft auf - leider. Ernährungs-Experten tauschen sich daher auf einem Kongress über den frühen Einfluss der mütterlichen Ernährung u.a. auf das Diabetesrisiko des Kindes aus und geben Tipps. mehr »

Würden Ärzte Gröhe wählen?

In einer großen Umfrage fragten wir Ärzte: "Wenn der Bundesgesundheitsminister direkt vom Volk gewählt werden könnte, wen würden Sie wählen?" Lesen Sie hier die Antwort. mehr »

Bei Dauerschmerz leidet auch das Gedächtnis

Wird der Geist träger, geht das zulasten von Lebensqualität und Unabhängigkeit. Eine US-Studie hat den Einfluss anhaltender Schmerzen auf Kognition und Demenzrisiko untersucht. mehr »