Ärzte Zeitung online, 27.11.2009

apoBank will mit Sechs-Punkte-Plan aus der Krise kommen

DÜSSELDORF (ger). Die Deutsche Apotheker- und Ärztebank (apoBank) sieht sich wieder auf dem aufsteigenden Ast. Durch die Umsetzung eines Sechs-Punkte-Plans soll die Eigenkapitalquote nachhaltig abgesichert und das Kerngeschäft im Gesundheitsmarkt gestärkt werden. Dazu greift das Institut weiterhin auf Garantien des genossenschaftlichen Finanzverbunds BVR zurück. Der Finanz- und Risikovorstand Günther Herion verlässt die apoBank nach sieben Jahren im Vorstand.

Der Vorstand der Bank hat den Sechs-Punkte-Plan am Freitagnachmittag nach einer Mitteilung der apoBank dem Aufsichtsrat vorgestellt und gemeinsam mit ihm verabschiedet. Es heißt weiter, dass bis Jahresende auf das Portfolio strukturierter Finanzprodukte in Höhe von 5,4 Milliarden Euro nochmals Wertberichtigungen "im niedrigen dreistelligen Millionenbereich" gebildet werden.

Die Wertberichtigungen würden aber "weitgehend durch das gute operative Kerngeschäft aufgefangen". Sollte es dennoch zu einem Jahresfehlbetrag kommen, teilt die Bank weiter mit, "steht mit Rücklagen von über 700 Millionen Euro ein Mehrfaches zum Ausgleich zur Verfügung." Die Bedienung der stillen Einlage wie auch der Genüsse werde damit sichergestellt.

Die Eigenkapitalquote der Bank liege derzeit auf dem Niveau der Halbjahreszahlen. Die Kernkapitalquote der Genossenschaftsbank lag damals bei 6,4 Prozent, nach 8,7 Prozent am Jahresende 2008. Das Portfolio soll, wie auch schon im Sommer angedeutet, bis 2014 auf weniger als die Hälfte abgeschmolzen werden, auf dann 2,5 Milliarden Euro. Das soll aber nach und nach geschehen, um keine Wertverluste zu erleiden. Die im August vom BVR gewährte Garantie in Höhe von 120 Millionen Euro werde voraussichtlich nicht in Anspruch genommen werden, heißt es weiter in der Mitteilung.

Bank will im Gesundheitswesen weiter in der Offensive bleiben

Der aktuelle Kurswert der strukturierten Wertpapiere ist zwar derzeit oft sehr gering, weil schwer einzuschätzen ist, wie werthaltig die Papiere tatsächlich sind. Aber solange die dahinter stehenden Schuldner solvent bleiben, wird bei Endfälligkeit der Papiere ein Kurswert von 100 Prozent erzielt. Der BVR wird der apoBank voraussichtlich aber auch in Zukunft zur Kapitalentlastung Garantien geben.

Nicht zuletzt will die Bank im Vertrieb weiter in der Offensive bleiben, um das Kerngeschäft zu stärken. Dafür sollen auch 2010 zusätzliche Berater eingestellt werden. Auch der Bereich Vermögensmanagement soll weiter gestärkt werden.

Eine Kreditklemme für Darlehensnehmer im Gesundheitswesen wie Ärzte ist nach den vorläufigen Kennzahlen aus der Mitteilung nicht zu erkennen. Die Neuausleihungen im Darlehensbereich lägen mit nahezu vier Milliarden Euro nochmals deutlich über dem hohen Vorjahresniveau. Auch der Zinsüberschuss wird aus heutiger Sicht das Vorjahresergebnis übertreffen und liege deutlich über Plan. "Auf dieser Basis werden wir aufbauen, um wieder an die Zeiten guter Profitabilität der apoBank anzuknüpfen", sagte Vorstandssprecher Herbert Pfennig laut Mitteilung.

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