Ärzte Zeitung, 30.11.2009

Die Dividende der apoBank für 2009 ist in Gefahr

Genossenschaftsbank braucht weiter Unterstützung

DÜSSELDORF (ava). Erstmals seit Jahren droht den rund 100 000 Anteilseignern der Apotheker- und Ärztebank (apoBank) eine Nullrunde. Die Bank sitzt auf einem milliardenschweren Portfolio an strukturierten Finanzprodukten, das in der Krise stark an Wert verloren hat.

Vieles deutet darauf hin, dass die apoBank 2009 ohne Griff auf die Rücklagen keine schwarzen Zahlen schreiben kann und deshalb auf die Ausschüttung der sechs-prozentigen Dividende verzichten wird. Das dividendenlose Jahr soll jedoch die "absolute Ausnahme" bleiben. Schon 2010 will die apoBank wieder dividendenfähig sein. Mit einem Sechs-Punkte-Plan will die Bank ihre Eigenkapitalquote nachhaltig absichern und das Kerngeschäft im Gesundheitsmarkt stärken.

Dazu greift das Institut weiter auf Garantien des Bundesverbandes der Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR) zurück. Bereits im August hatte der BVR eine Garantiezusage von 150 Millionen Euro gegeben, die in Kürze ausläuft. Die apoBank wird sie nach eigenen Angaben vermutlich nicht in Anspruch nehmen. Der operative Gewinn der Bank wird für 2009 auf etwa 300 Millionen Euro taxiert, er dürfte jedoch durch die Abschreibungen aufgefressen werden. Verluste will die Bank mit ihren Rücklagen ausgleichen.

Sehr zufrieden ist die apoBank mit der Entwicklung ihres Kerngeschäftes, der Kreditvergabe im Gesundheitsmarkt. Dort ist von einer Kreditklemme keine Spur: Schon fast vier Milliarden Euro Neukredite sind 2009 vergeben worden. Die apoBank hat damit laut Vorstandssprecher Herbert Pfennig ihren Marktanteil auf über 60 Prozent ausgebaut. Eine weitere gute Nachricht: In Dubai hat die apoBank keinen Euro investiert.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Versorgung psychisch kranker Kinder ist ein Flickenteppich

Der Trend bei den psychischen Erkrankungen von Kindern und Jugendlichen ist stabil. Eine einheitliche Versorgungslandschaft besteht in Deutschland aber nach wie vor nicht. mehr »

„Mütter sind die zentralen Ansprechpartner“

In dieser Woche werben Urologen für die HPV-Impfung. Vor allem bei Jungen besteht Nachholbedarf. Wie können sie für eine Impfung gewonnen werden? mehr »

Mama leckt den Schnuller ab – kein Tabu

Botschaft einer neuen US-Studie: Das Ablutschen kann Vorteile fürs Immunsystem der Kinder haben. mehr »