Ärzte Zeitung online, 10.12.2009

Leichtere Kreditvergabe für den Mittelstand

FRANKFURT AM MAIN (dpa). Eine Woche nach dem Wirtschaftsgipfel bei Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat die staatseigene KfW-Bank Maßnahmen gegen eine drohende Kreditklemme angekündigt. Zusammen mit der Bundesregierung habe die KfW ihr Sonderprogramm für mittelständische Unternehmen nachgebessert, teilte die Förderbank am Donnerstag mit.

Konkret solle Liquidität schneller und mit längeren Laufzeiten bereitgestellt werden. "Es ist wichtig, dass der sich abzeichnende Aufschwung nicht aufgrund fehlender Kreditmittel abgewürgt wird und gesunde Unternehmen nicht in existenzbedrohende Situationen geraten", begründete der KfW-Vorstandsvorsitzende Ulrich Schröder den Schritt. Es komme jetzt darauf an, dass die Unternehmen ausreichend mit Finanzmitteln versorgt seien.

Zu den Neuerungen gehöre, dass sich mittelständische Unternehmen mit Hilfe des KfW-Sonderprogramms schon jetzt die Finanzierung der Betriebsmittel für das Gesamtjahr 2010 sichern könnten. Bisher konnte nur der aktuelle Liquiditätsbedarf beantragt werden. Diese Erleichterung werde durch längere Auszahlungsfristen und größere Gestaltungsmöglichkeiten bei der Rückzahlung flankiert. Dadurch könnten Unternehmen die Mittel bedarfsgerechter in Anspruch nehmen.

Zudem wurden die Laufzeiten bei Krediten für Investitionen aus dem Sonderprogramm verlängert. Der Mittelstand könne langfristige Investitionen nun auf 20 statt wie bisher auf 15 Jahre finanzieren. Auch eine Verlängerung der Freijahre sei beabsichtigt.

Änderungen treten im Februar in Kraft

Um die Planungssicherheit zu erhöhen, die für die Investitionsbereitschaft der Mittelständler entscheidend sei, biete die KfW in allen Varianten ihres Sonderprogramms außerdem künftig längere Zinsbindungen an. Bisher sei die Zinsbindung bis 2012 begrenzt. Die Sätze bei der längeren Zinsbindung orientierten sich grundsätzlich an den Kapitalmarktzinsen für die entsprechenden Laufzeiten, teilte die KfW mit.

Die Änderungen werden im Januar 2010 umgesetzt. Sie sollen vom 1. Februar 2010 an gelten. Wirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) zeigte sich erfreut, dass schnell erste Maßnahmen vereinbart wurden. "Ganz besonders haben wir dabei die verbesserte Liquiditätsversorgung im Auge, denn die Dynamik und Nachhaltigkeit der gerade einsetzenden konjunkturellen Erholung hängt wesentlich davon ab, dass die Unternehmen rechtzeitig Zugang zu ausreichend Betriebsmitteln erhalten."

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