Ärzte Zeitung, 16.12.2009

Grünenthal schließt Produktionsbetrieb in Stolberg

Die Fokussierung Grünenthals auf Schmerzmittel hat erste Konsequenzen: Das Antibiotika-Geschäft wird eingestellt, weitere Linien stehen zur Disposition.

AACHEN (cw). Wie Grünenthal-Chef Harald Stock ankündigte, sollen Produktion und Vermarktung von Antibiotika bis Mitte 2010 eingestellt werden. Mittelfristig gehöre auch die pharmazeutische Lohnfertigung am Standort Madrid nicht mehr zum Kerngeschäft des Aachener Familienunternehmens. Gleiches gelte für das in der Schweiz produzierte Dermatika-Portfolio und das Geschäft mit
oralen Kontrazeptiva.

In Deutschland unmittelbar von den aktuellen Plänen betroffen sei der Produktionsbetrieb Grünenthals in Stolberg bei Aachen, hausintern "Werkteil 2" genannt. Dort sei die Kostensituation mit lediglich 50 Prozent Kapazitätsauslastung "schon heute sehr angespannt", heißt es. Man sehe auch keine Alternative, den Standort so zu entwickeln, das er "wirtschaftlich zu führen" wäre. Daher werde das Werk 2012 geschlossen. Wieviele Mitarbeiter von der Schließung betroffen sind, wollte Stock nicht beziffern. Ein Teil der Belegschaft könnte in ein neues Distributionszentrum wechseln, das bei Aachen gebaut werden soll. Es sei geplant, die Mitarbeiter im Januar genauer zu informieren.

Jedoch würden "sämtliche Entscheidungen mit der größtmöglichen Sensibilität den einzelnen Mitarbeitern gegenüber und so sozialverträglich wie möglich umgesetzt". In Deutschland beschäftigt das forschende Pharmaunternehmen derzeit rund 2000 Mitarbeiter.

Topics
Schlagworte
Unternehmen (11547)
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Fischkuss bringt Angler fast um

Ein Hobbyfischer zieht eine kleine Seezunge aus dem Wasser. Kurz darauf steht sein Herz still – aber nicht vor lauter Anglerglück, wie Ärzte bald herausfinden. mehr »

CRISPR/Cas-Methode - Zwischen Zauberwerk und Hexenkunst?

Die CRISPR/Cas-Methode könnte hohen therapeutischen Nutzen stiften. Sie lässt aber auch Allmachtsfantasien blühen. Der Ethikrat sieht dies skeptisch und fordert mehr Regulierung. mehr »

Deutsches Gesundheitssystem mit Luft nach oben

Deutschland hat sein Gesundheitssystem seit der Jahrtausendwende verbessert, so eine Studie. Im Vergleich mit anderen Ländern hinkt es aber hinterher – insbesondere bei einer Krankheit. mehr »