Ärzte Zeitung, 25.01.2010
 

Philips setzt Erholungstrend fort, Medizintechnik weiter stark

AMSTERDAM (dpa). Der niederländische Elektronik- und Medizintechnikkonzern Philips hat sich im vierten Quartal 2009 weiter von der Wirtschaftskrise erholt. "Zwar lassen die derzeitigen Umstände keine verlässliche Prognose zukünftiger Entwicklungen zu, aber ich bin zuversichtlich", sagte Konzernchef Gerard Kleisterlee mit Blick auf das laufende Jahr am Montag in Amsterdam. Der Aufwärtstrend in den aufstrebenden Märkten dürfte sich fortsetzen. 

Beim Umsatz setzte der Konzern im Vergleich zu den Vorquartalen den Erholungskurs fort. Die Erlöse stiegen im Vergleich zum dritten Quartal von 5,6 auf 7,3 Milliarden Euro. Im Vorjahresvergleich ist noch ein leichtes Minus zu verzeichnen. Beim Ergebnis stand unterm Strich nach einem Minus von 1,470 Milliarden Euro im Vorjahr ein Plus von 260 Millionen. 

Der Philips-Konzern erzielte 2009 einen Umsatz von 23,2 Milliarden Euro. Dies entspricht im Vergleich zum Vorjahr auf vergleichbarer Basis einem Rückgang von elf Prozent. Am schwächsten entwickelte sich dabei die Elektroniksparte. Dagegen zeigte sich das Medizingeschäft am wenigsten von der Krise betroffen. Wegen geringerer Einmalkosten und höherer Gewinne bei Medizin und Elektronik konnte das operative Ergebnis (EBITA) um 41 Prozent auf 1,050 Milliarden Euro zulegen.

Die Besserung führte Philips auch auf den Abschluss des langwierigen Konzernumbaus zurück. Die drei Hauptsäulen wurden mit gezielten Zukäufen gestärkt. In der umsatzstärksten Sparte mit Elektrogeräten will sich der Konzern stärker auf die Bereiche Gesundheit und anspruchsvolle Verbraucherangebote fürs Wohlbefinden konzentrieren und sich aus der stark von der asiatischen Konkurrenz geprägten Konsumelektronik etwas zurückziehen. Philips hatte im vergangenen Jahr die Produktion von Computermonitoren aufgegeben und sich auch teilweise vom Geschäft mit Fernsehern getrennt.

Vor einem Jahr war Philips schwer von der Wirtschaftsflaute erwischt worden und hatte sich angesichts des Milliardenverlusts eine strikte Kostendisziplin verordnet. Mit Sparprogrammen und einem Umbau des Unternehmens sollten 500 Millionen Euro eingespart werden. Dazu gehörte auch der geplante Abbau von 6000 der insgesamt 118 000 Stellen im abgelaufenen Jahr. Bereits im zweiten Quartal hatte es Philips wieder in die schwarzen Zahlen geschafft.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Harter Tobak für die Tabakbranche

Was soll die Politik gegen Nikotinsucht tun? Wie schädlich sind Tabakerhitzer? Diese Fragen beschäftigten die diesjährige Tabakkontroll-Konferenz. mehr »

Das Transplantationsgesetz und seine Folgen

Vor 20 Jahren ging das Transplantationsgesetz an den Start. Was hat sich seitdem verändert? Eine Hoffnung zumindest hat sich nicht erfüllt: die Zunahme postmortaler Organspenden. mehr »

Brexit und NHS - Es gilt das gebrochene Wort

Von den Ankündigungen der "Leave Campaign" ist nichts übrig. 350 Millionen Pfund sollte der Gesundheitsdienst NHS nach dem Brexit mehr bekommen. Geld, das dringend gebraucht wrüde. mehr »