Ärzte Zeitung online, 03.02.2010

Roche-Gewinn von Milliardenübernahme belastet

BASEL (dpa). Der Schweizer Pharmakonzern Roche hat das abgelaufene Geschäftsjahr wegen der Komplettübernahme der Biotech- Tochter Genentech mit einem Gewinnrückgang abgeschlossen.

Der Überschuss fiel um 22 Prozent auf 8,5 Milliarden Schweizer Franken (5,8 Milliarden Euro). Vor Sondereffekten sei der Konzerngewinn allerdings um 9 Prozent auf 9,79 Milliarden Franken (6,64 Milliarden Euro) gestiegen, wie das Unternehmen am Mittwoch in Basel mitteilte. "In einem schwierigen wirtschaftlichen Umfeld hat Roche ein sehr gutes Ergebnis erzielt", sagte Konzernchef Severin Schwan laut Mitteilung.

Dank der starken Nachfrage nach seinen Krebsmedikamenten und dem Grippemittel Tamiflu® (Oseltamivir) steigerte Roche im abgelaufenen Geschäftsjahr den Umsatz um 8 Prozent auf 49,1 Milliarden Franken (33,3 Milliarden Euro). Roche ist mit seinen Medikamenten gegen Krebs nach Aussage von Analysten mit einem Marktanteil von rund 38 Prozent weltweit führend gefolgt von Novartis und dem weltgrößten Pharmakonzern Pfizer.

Bei den Krebsmitteln verbuchte der Angiogenesehemmer Avastin® (Bevacizumab) das umsatzstärkste Medikament von Roche, ein Erlöswachstum von 21 Prozent auf 6,22 Milliarden Franken.

Die Übernahme von Genentech hatte sich Roche rund 37 Milliarden Euro kosten lassen. 25 Prozent der Verschuldung aus der Komplettübernahme der Biotech-Tochter sollen bis Ende 2010 zurückgezahlt werden. Im Jahr 2009 wies Roche eine Nettoverschuldung von 23,9 Milliarden Franken (16,2 Milliarden Euro) aus.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Viele falsche Vorstellungen, was Krebs verursacht

Stress, Handystrahlen und Trinken aus Plastikflaschen lösen Krebs aus, denken viele fälschlicherweise. Die wahren Risikofaktoren kennt nur jeder Zweite, so eine Studie. mehr »

Höherer Zuschlag für Terminvermittlung

Das Bundeskabinett will sich heute mit dem Terminservice- und Versorgungsgesetz beschäftigen. Am Entwurf wurde vorab noch gebastelt – er enthält wichtige Änderungen. mehr »

Die übersehene Speiseröhren-Entzündung

Lange glaubte man, die eosinophile Ösophagitis komme nur selten vor. Inzwischen zeigt sich: Es gibt immer mehr Patienten mit dieser chronischen Entzündung der Speiseröhre. mehr »