Ärzte Zeitung online, 24.03.2010

Celesio stellt Apothekengeschäft auf den Prüfstand

STUTTGART (dpa). Europas führender Pharmagroßhändler Celesio stellt sein Apothekengeschäft auf den Prüfstand. "Wir werden unsere Apothekenzukäufe auf nahezu null zurückfahren und unser bestehendes Portfolio kritisch überprüfen", sagte Vorstandschef Fritz Oesterle am Dienstag in Stuttgart. "Wir planen aber keinen Ausstieg aus irgendeinem Land."

Celesio musste im vergangenen Jahr zweimal unter anderem wegen staatlicher Maßnahmen im Gesundheitswesen in Irland, Italien und Niederlanden gut 200 Millionen Euro abschreiben. Wegen der Abschreibungen im Apothekengeschäft betrug der Überschuss für das Jahr 2009 nur 2,3 Millionen Euro.

Bereits im Vorjahr musste der Pharmahändler Wertberichtigungen in diesem Geschäftsbereich vornehmen und war deswegen sogar mit 18,5 Millionen Euro in die roten Zahlen gerutscht. Ohne diese Sonderaufwendungen erwirtschaftete das mehrheitlich zum Haniel-Konzern gehörende Unternehmen im vergangenen Jahr 268,7 Millionen Euro, nahezu genauso viel wie im Vorjahr.

Neben Wertberichtigungen belasteten vor allem das schwache britische Pfund sowie die norwegische Krone das Geschäft der Stuttgarter. Das operative Ergebnis (EBITDA) ging um 4,5 Prozent auf 627,6 Millionen Euro zurück. Der Umsatz kletterte dank der jüngsten Übernahmen um 1,6 Prozent auf rund 21,5 Milliarden Euro.

Alleine der zum Unternehmen gehörende brasilianische Pharmagroßhändler Panpharma steuerte in nur vier Monaten gut 400 Millionen Euro zu den Erlösen bei. Knapp elf Millionen Euro betrug der Ergebnisbeitrag nach Steuern. Für 2010 schloss Oesterle größere Unternehmenszukäufe vorerst aus. "Die Integration von Panpharma hat Vorrang", sagte er. Sie werde rund sechs bis zwölf Monate dauern.

Den Ausblick für das laufende Geschäftsjahr bekräftigte der Celesio-Chef noch einmal. Danach peilt das Unternehmen ein operatives Ergebnis über dem Niveau von 2009 an. Dazu beitragen sollen ohne Berücksichtigung von Währungseffekten alle drei Geschäftsbereiche - Großhandel, Apotheken und Dienstleistungen. "Aus heutiger Sicht sehen wir noch kein Anzeichen für eine erneute Wertberichtigung", erklärte der Manager.

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