Ärzte Zeitung, 06.05.2010

Rhön-Klinikum ist gerüstet für den Großeinkauf

Der private Klinikkonzern hat eine Milliarde Euro für Klinikübernahmen und Investitionen zur Verfügung.

FRANKFURT (ava). Der private Klinikkonzern Rhön-Klinikum ist derzeit mit mehr als einem halben Dutzend Krankenhausbetreibern über mögliche Übernahmen im Gespräch. Das teilte der Vorstandsvorsitzende Wolfgang Pföhler in der vergangenen Woche bei der Jahrespressekonferenz des Unternehmens in Frankfurt mit. "Die Dichte der Kontakte steigt." Sollte das Universitätsklinikum in Kiel und Lübeck von der Kieler Landesregierung zum Verkauf gestellt werden, wie es derzeit diskutiert werde, würde Rhön das Objekt prüfen und gegebenenfalls ein Angebot abgeben, so Pföhler.

Mit der Übernahme dieses Uniklinikums könnte Rhön auf einen Schlag 2400 Betten zukaufen und seinen Marktanteil stark ausweiten. Derzeit verfügt der Konzern über 15 700 Betten in 53 Kliniken.

Als einzige der privaten Klinikketten in Deutschland hat Rhön Erfahrung mit Unikliniken. 2006 übernahm es die Uniklinik Gießen Marburg. Bei der Übernahme schrieb das Haus noch rote Zahlen, 2009 verdoppelte es seinen Gewinn im Vergleich zum Vorjahr auf 4,8 Millionen Euro. Die Patientenzahlen stiegen seit der Übernahme um ein Zehntel, bei den Schwerkranken ist ein Zuwachs um ein Viertel zu verzeichnen. Das Uniklinikum soll Anfang nächsten Jahres in neue zentralisierte Gebäude ziehen. Zugleich investiert Rhön-Klinikum 120 Millionen Euro in eine Partikeltherapieanlage.

Das Unternehmen hatte sich im Sommer durch eine Kapitalerhöhung 460 Millionen Euro gesichert. Aufgestockt mit Fremdmitteln stehen nun rund eine Milliarde Euro für Zukäufe und Investitionen zur Verfügung. Pföhler: "Wir sind gerüstet." Interessiert ist der Konzern an mittleren und großen Häusern. "Wir sind schon aus Verhandlungen ausgestiegen, wenn die Objekte zu klein waren."

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Die Malaria-Gefahr wächst

Weltweit steigen Erkrankungszahlen an Malaria seit zwei Jahren wieder. Es trifft nicht nur Kinder in Entwicklungsländern, sondern auch Reisende aus Deutschland. mehr »

Kein Frühstück = höheres Diabetes-Risiko

Wer das Frühststücken auslässt, erhöht damit womöglich das Risiko für Diabetes. Eine Metaanalyse mit fast 100.000 Teilnehmern zeigt: Die Gefahr wächst mit den Tagen. mehr »

Gutachter schlagen neuen Pflege-TÜV vor

Weg mit den umstrittenen Pflegenoten, ist das Ziel eines neuen Pflege-TÜVs. Im Mittelpunkt soll nicht mehr die Dokumentation stehen, sondern die Ergebnisqualität stehen. mehr »