Ärzte Zeitung online, 09.06.2010

Reaktion auf Pharma-Sparpaket: Kohlpharma streicht 150 Stellen

MERZIG (cw). Der saarländische Re-Importeur Kohlpharma will sich von 150 seiner derzeit rund 1000 Mitarbeiter im Hauptgeschäft Importhandel trennen. Damit reagiere man auf das Vorhaben der Bundesregierung, den Herstellerrabatt für Arzneimittel ohne Festbetrag von sechs auf 16 Prozent zu erhöhen, teilte das Unternehmen am Mittwoch in Merzig mit.

Über die jetzt anstehenden Kündigungen hinaus seien mittelfristig weitere 350 Arbeitsplätze im saarländischen Merzig gefährdet, hieß es weiter. Das hänge von den konkreten Auswirkungen der Berliner Sparmaßnahmen ab.

Der Stellenabbau solle sowohl über auslaufende Verträge und im Rahmen von Probezeiten stattfinden, als auch durch betriebsbedingte Kündigungen, erklärte ein Unternehmenssprecher.

"Zehn Prozent mehr Zwangsrabatt sind einfach nicht drin", erklärte Firmeninhaber Edwin Kohl. Als Importeur lebe man von einer Handelsmarge und nicht von der "wesentlich höheren Herstellermarge". "Dieser eiskalte Griff der schwarz-gelben Regierungskoalition in die Taschen der mittelständischen Importunternehmen ist nicht gerechtfertigt und bestraft am Ende die Falschen", so Kohl weiter.

Kohlpharma rechnet mit Umsatzeinbußen durch die Erhöhung des Herstellerrabatts in zweistelliger Millionenhöhe. 2008 setzte das Unternehmen mit Re-Importarzneimitteln 787 Millionen Euro um.

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