Ärzte Zeitung online, 22.06.2010

Schiesser will mehr als nur Unterwäsche

RADOLFZELL (dpa). Statt Feinripp richtige Mode: Der insolvente Wäschehersteller Schiesser will nach der Übernahme durch einen Investor möglicherweise mehr als nur Unterwäsche herstellen. "Man könnte daran denken, mit Schiesser in die Oberbekleidung zu gehen, man könnte an Freizeitmode denken", sagte Insolvenzverwalter Volker Grub.

Außerdem soll ein künftiger Investor den Bereich Damenmode neu aufstellen dem "Handelsblatt" (Dienstagsausgabe).

Favorit für einen Einstieg bei Schiesser ist der Modemacher Wolfgang Joop ("Wunderkind"), der nach Angaben des "Handelsblatts" mit den Wella-Erben im Rücken Schiesser für rund 80 Millionen Euro übernehmen will. Es sind aber noch zwei weitere Investoren im Spiel; die Gläubigerversammlung soll darüber am kommenden Montag (28. Juni) entscheiden.

Grub erneuerte seine Aussage von Ende Mai, dass er sich einen Börsengang des Traditionsunternehmens vorstellen könnte. "Das finanzielle Ergebnis für Schiesser wäre in diesem Fall deutlich besser als einfach nur der Verkauf an einen Investor."

"Das Zusammengehen mit Wolfgang Joop ist eine der favorisierten Lösungen", hatte Grub im Mai gesagt. Joop will Schiesser bei Strategie, Marketing, Design und dem visuellen Auftritt beraten. Der Potsdamer Designer könne einen "wesentlichen Beitrag" leisten, um die Marke Schiesser attraktiver zu machen, sagte Grub.

Der 1875 gegründete Produzent von Unter-, Nacht- und Sportwäsche Schiesser musste im Februar 2009 Insolvenz anmelden, weil ein Schuldenberg von rund 80 Millionen Euro aufgelaufen war. Drei Monate später wurde das Insolvenzverfahren eröffnet.

Die finanzielle Schieflage war vor allem durch unrentable Lizenzfertigung für Marken wie Puma oder Tommy Hilfiger entstanden. Inzwischen ist Schiesser aus den meisten dieser Lizenzverträge ausgestiegen und hat seine Belegschaft deutlich verkleinert.

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