Ärzte Zeitung online, 22.06.2010

DIHK: Merkel muss mehr Tempo machen

BERLIN (dpa). Die Wirtschaft hat von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) ein höheres Reformtempo verlangt. Jetzt müssten die Weichen für mehr Wachstum und Jobs gestellt werden.

"Es wäre falsch, wichtige Themen wie den Einstieg in eine Gesundheitsprämie oder eine stufenweise Steuerreform generell zu tabuisieren oder diese allein dem Koalitionsfrieden zu opfern", sagte DIHK-Präsident Hans Heinrich Driftmann am Dienstag auf der Vollversammlung der 80 deutschen Industrie- und Handelskammern in Berlin.

Die schwarz-gelbe Koalition müsse auch auf die älter werdende Bevölkerung und den Fachkräftemangel reagieren. "In diesem Jahr rechnen wir mit mehr als 50 000 Lehrstellen, die nicht besetzt werden können", sagte Driftmann. Die wirtschaftliche Entwicklung schätzt der DIHK günstig ein: Im laufenden Jahr wird ein Wachstum von 2,3 Prozent erwartet.

Driftmann warnte, dass Banken- und Schuldenkrise das Vertrauen der Menschen in Politik und Wirtschaft geschwächt haben. "Es muss uns Sorgen machen, dass die Menschen in Deutschland immer weniger von den Vorteilen Europas überzeugt sind." Auf dem G20-Gipfel in Kanada müssten nun schärfere Regeln für die Finanzmärkte durchgesetzt werden.

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