Ärzte Zeitung, 25.06.2010

Stille Beteiligung soll Eigenkapitalbasis stärken

Die Deutsche Apotheker- und Ärztebank will 2010 das Eigenkapital kräftig erhöhen - auch mit Hilfe einer stillen Einlage.

DÜSSELDORF (ger). Nach dem schwierigen Vorjahr strebt die Deutsche Apotheker- und Ärztebank in diesem Jahr wie berichtet wieder einen Gewinn und eine Dividende der Mitglieder an. Um die Eigenkapitalbasis des Instituts zu stärken und dadurch ein weiteres Wachstum im Kreditgeschäft im Gesundheitswesen zu ermöglichen, hat die Vertreterversammlung der Genossenschaftsbank den Vorstand ermächtigt, eine stille Beteiligung in Höhe von 50 bis 200 Millionen Euro hineinzunehmen.

Wie Vorstandssprecher Herbert Pfennig berichtete, war die so genannte Kernkapitalquote im vergangenen Jahr von 8,7 auf 6,2 Prozent gesunken, sie sei "unterjährig teilweise noch niedriger" gewesen, so Pfennig. Mittlerweile sei das Kernkapital zwar wieder auf 6,5 Prozent angewachsen, doch würden die Eigenkapitalanforderungen in den kommenden Jahren voraussichtlich noch verschärft. Eine stille Beteiligung in Höhe von 150 Millionen Euro würde die Eigenkapitalquote auf einen Schlag von 6,5 auf 7,2 Prozentpunkte erhöhen, sagte Pfennig. Der Puffer für unvorhergesehene Verschlechterungen der Lage wäre damit größer. Die stille Beteiligung ist nachrangig, wird aber voraussichtlich mit neun bis 14 Prozent verzinst. Die Entscheidung war in der Vertreterversammlung gerade deshalb nicht unumstritten, fiel aber mit klarer Mehrheit. Erwartet wird, dass vor allem die Versorgungswerke die Beteiligung zeichnen werden.

Ebenfalls heftig diskutiert, aber dann doch mit großer Mehrheit angenommen wurde der Antrag des Vorstands, die Vergütung der Aufsichtsräte der Bank zu erhöhen. Zur Begründung führte Vorstandssprecher Pfennig an, dass die bisherige Vergütung der Aufsichtsräte weit unter dem marktüblichen Niveau liege und dass es ohne eine Erhöhung möglicherweise zunehmend schwer werde, kompetente Mitglieder für das Gremium zu gewinnen.

Nach der neuen Regelung erhalten Aufsichtsratsmitglieder ab 2011 13 000 Euro brutto statt bisher 12 000, der Vorsitzende des Gremiums das Zweieinhalbfache davon. Vor allem Sitzungsgelder sind deutlich erhöht worden. In Zukunft bekommt ein Aufsichtsrat für jede Sitzung, an der er teilnimmt, 1000 Euro Sitzungsentgelt, bisher waren es 150 Euro.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Fehldiagnose lässt "Thrombophilie"-Patientin zittern

Bei einer Frau mit Venenthrombose wurde eine Thrombophilie-Diagnostik vorgenommen. Der Verdacht erhärtete sich und bescherte ihr angstvolle Wochen. mehr »

Schärfe und Säure kurbeln das Immunsystem an

Was wir essen, beeinflusst maßgeblich, wie gut die Immunabwehr im Speichel funktioniert. Das haben Münchener Forscher untersucht. mehr »

Was tun gegen sexuelle Belästigung?

Anzügliche Bemerkungen, obszöne Witze, schlüpfrige Mails bis hin zu Berührungen: Sexuelle Aufdringlichkeit gehört auch in Praxen und Kliniken manchmal zum Alltag. Statt die Belästigungen zu ignorieren, sollten sich Betroffene wehren - dazu gibt es mehrere Möglichkeiten. mehr »