Ärzte Zeitung online, 29.06.2010

Grünenthal konzentriert sich auf Schmerzmittel

DÜSSELDORF/AACHEN (dpa). Der Aachener Pharmakonzern Grünenthal will sich als Schmerzmittelspezialist auf dem Weltmarkt durchsetzen.

"Oberstes Strategieziel ist die Unabhängigkeit als Familienunternehmen", sagte der Vorsitzende der Geschäftsführung, Harald F. Stock, am Dienstag in Düsseldorf. Nach der strategischen Weichenstellung im vergangenen Jahr will das Unternehmen zeitnah weltweiter Innovationsführer in der Schmerzmitteltherapie sein und deutlich wachsen.

Das Unternehmen verfüge über eine gut gefüllte Forschungs- und Entwicklungspipeline, sagte Stock. Mehr als ein Drittel aller weltweit bekannten Forschungs- und Entwicklungsprojekte im Schmerzbereich seien von Grünenthal initiiert. Für die nächsten Jahre prognostizierte er ein erhebliches Umsatzwachstum. "2015 sollten wir deutlich über der 1,5 Milliarden-Schwelle sein."

2009 war das Umsatzwachstum durch strategische Verkäufe mit zwei Prozent auf 881 Millionen Euro vergleichsweise niedrig. Wegen der Konzentration auf die Schmerzmittel verkaufte Grünenthal das dermatologische und Antibiotika-Geschäft mit einem anteiligen Umsatz von rund 40 Millionen Euro. Die Zahl der Produktionsstandorte wurde von neun auf sechs reduziert. Betroffen ist neben Mexiko und Spanien auch der deutsche Standort Stolberg bei Aachen mit rund 120 Arbeitsplätzen. Das Unternehmen rechnete mit einer weitgehend sozialverträglichen Regelung.

Das Ergebnis vor Steuern betrug im vergangenen Jahr 116 Millionen Euro (2008: 73). Nach einer Steigerung der Umsatzrentabilität von 8 auf 13 Prozent in 2009 stieg sie im ersten Quartal 2010 auf 21 Prozent. Im laufenden Jahr werde Grünenthal den Wert nicht ganz halten können, aber langfristig peilt Stock über 20 Prozent an. Die Investitionsquote für Forschung und Entwicklung lag im vergangen Jahr bei überdurchschnittlichen 18 Prozent. Der Anteil soll in den nächsten fünf Jahren auf 23 Prozent steigen. "Als mittelständisches Unternehmen investieren wir in eine frühe Phase der Forschung", sagte Stock. In den nächsten zehn Jahren wird das Unternehmen nach eigenen Angaben drei Schmerzmittel auf den Markt bringen und von Lizenzeinnahmen profitieren.

Grünenthal ist ein Familienunternehmen mit 20 Gesellschaftern. Seit 2009 ist kein Mitglied der Besitzerfamilie Wirtz mehr in der Konzernleitung. Das Unternehmen macht 81 Prozent seines Umsatzes im Ausland. Von den 5000 Beschäftigten arbeiten 2000 im Deutschland.

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