Ärzte Zeitung, 05.07.2010

Arag: Patienten-Rechtsschutz noch wenig nachgefragt

Die Arag Kranken ist auf Wachstumskurs und bietet einen neuen Service im Streit mit Ärzten oder Kliniken an.

KÖLN (iss). Die Arag Krankenversicherung ist im vergangenen Jahr deutlich stärker gewachsen als der Markt. Die Beitragseinnahmen des Düsseldorfer Unternehmens stiegen um 9,2 Prozent auf 255 Millionen Euro, während die Branche insgesamt nur um 3,8 Prozent zulegte. Die vergleichsweise kleine Arag Kranken ist vor allem stark in der Zusatzversicherung. Im Jahr 2009 baute sie auch das Vollversicherungs-Geschäft aus.

Die Zahl der Vollversicherten nahm um 5,6 Prozent auf etwa 45  000 zu. Noch deutlicher fiel der Zuwachs bei den Zusatzversicherten mit 15,5 Prozent auf 375  500 aus. Die höhere Kundenzahl schlägt sich auch bei den Leistungsausgaben nieder. Sie nahmen im letzten Jahr um 12,3 Prozent auf 148 Millionen Euro zu.

Seit Anfang 2010 bietet die Arag ihren Vollversicherungskunden einen neuen Service, den Patienten-Rechtsschutz. Der Konzern, der seinen Schwerpunkt in der Rechtsschutzversicherung hat, bietet den Versicherten ohne Zusatzkosten Hilfestellung und Kostenschutz bei Streitigkeiten mit Ärzten, Kliniken, Apothekern oder Pflegediensten. "Dieses Angebot wird bislang von den Versicherten aber nur selten in Anspruch genommen", sagt Arag-Sprecher Klaus Heiermann. Das liege zum Teil daran, dass vielen Kunden diese Möglichkeit noch nicht bekannt sei. Ein anderer Grund sei: "Nach unserer Wahrnehmung haben die meisten Versicherten nach wie vor ein gutes Vertrauensverhältnis zu ihrem Arzt, insbesondere dem Hausarzt." Auch die Arag merke, dass die Zahl kritischer Patienten zunehme. "Aber dabei handelt es sich nach wie vor um Einzelfälle", so Heiermann. Außerdem stellten sich die Ärzte zunehmend auf die neuen Informations- und Behandlungsbedürfnisse der Patienten ein.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Angst vor Stürzen sorgt für Verzicht auf Antikoagulans

Ein erhöhtes Sturzrisiko ist noch immer der häufigste Grund, auf eine orale Antikoagulation bei Vorhofflimmern zu verzichten. mehr »

Warum der Zuckersirup zum dicken Problem werden könnte

Seit Anfang Oktober gibt es in der EU keine Quotenregelung mehr für die aus Mais, Getreide oder Kartoffeln gewonnene Isoglukose. Experten befürchten eine Zunahme von Übergewicht und Diabetes. mehr »

Stotter-Therapie im virtuellen Raum

Geschätzt über 800.000 Bundesbürger stottern. Viele von ihnen ziehen sich komplett zurück, weil sie Ablehnung fürchten. Ein Ausweg: Therapie-Methoden, bei denen man zunächst zu Hause sprechen übt – online. mehr »