Ärzte Zeitung online, 09.08.2010

Allianz steigert Gewinn und verspricht neuen PKV-Tarif

KÖLN (iss). Der Allianz-Konzern hat in der deutschen privaten Krankenversicherung in den ersten sechs Monaten den Gewinn deutlich erhöht (wir berichteten kurz). Im Vorjahr erzielte das Unternehmen einen operativen Gewinn von 46 Millionen Euro in der Zeit von Januar bis Dezember, 2010 waren es 94 Millionen Euro. Für das Neugeschäft plant der Konzern zudem einen neuen Tarif.

Die Prämieneinnahmen stiegen im ersten halben Jahr moderat von 1,58 Milliarden Euro auf 1,60 Milliarden Euro.

Die Allianz Private Krankenversicherung (APKV) wird in den kommenden Wochen für das Neugeschäft einen neuen Tarif kalkulieren, sagte Konzernchef Michael Diekmann in einer Telefonkonferenz mit Journalisten. Zurzeit hat der Versicherer kein Neugeschäftsangebot, nachdem er in Folge eines Urteils des Bundesverwaltungsgerichts die Aktimed-Tarife zurückgezogen hatte.

Das Gericht hatte der Allianz letztinstanzlich verboten, beim Wechsel innerhalb des Versicherers einen "Tarifstrukturzuschlag" zu verlangen (wir berichteten). Damit wurden die Tarife für die Allianz unwirtschaftlich.

Die APKV hatte im Februar 2007 die Aktimed-Tarife auf den Markt gebracht und Alttarife geschlossen. Der Grundpreis bei Aktimed war 20 Prozent niedriger als bei den Alttarifen, weil er von gesunden Kunden ausgeht - entsprechend positiv wirkte der Tarif im Wettbewerb. Jedoch verlangte die Allianz bei 38 Prozent aller Antragsteller Risikozuschläge wegen Erkrankungen, bei ihren alten Verträgen waren das nur zehn Prozent.

Von Altkunden, die nach dem allgemeinen Wechselrecht innerhalb des Unternehmens zu Aktimed wechseln wollten, forderte die Allianz den "Tarifstrukturzuschlag". Das sah die Finanzaufsicht BaFin als Bruch des gesetzlich verankerten Wechselrechts innerhalb von Versicherungsunternehmen. Die Allianz klagte und verlor.

Die Tarife waren unter Mitarbeit des Kölner Mathematik-Professors und PKV-Experten Jürgen Weyer errechnet worden.

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