Ärzte Zeitung, 15.12.2010
 

Lübeck will Zentrum für innovative Medizin werden

Der Streit um die Schließung der Medizinerausbildung in Lübeck scheint vom Tisch: Unisono preisen Uni, IHK und der Verein HanseBelt die Stadt als Zentrum für Medizin, Medizintechnik und Gesundheitswirtschaft.

LÜBECK (di). Lübeck soll zu einem Zentrum für innovative Medizin ausgebaut werden. Dafür üben der Verein HanseBelt sowie Stadt, Uni und Industrie und Handelskammer (IHK) Lübeck den Schulterschluss - das Land will unterstützen. Damit scheint der Streit zwischen Land und Hansestadt, als im Sommer eine Schließung der Medizinerausbildung in Lübeck drohte (wir berichteten), endgültig vom Tisch zu sein.

Stattdessen lobte Wissenschaftsminister Jost de Jager Lübeck nun als strategischen Schwerpunkt-Standort des Landes für Medizin, Medizintechnik und Gesundheitswirtschaft. Nach Angaben des Präses der IHK zu Lübeck, Christoph Andreas Leicht, ist das über Jahrzehnte gebildete Netzwerk von Medizin und Medizintechnik in der Region von großer Bedeutung für den Wirtschafts- und Wissenschaftsstandort.

"Die Wirtschaft im HanseBelt ist stark von in den Branchen Medizin, Medizintechnik und Gesundheitswesen tätigen Unternehmen geprägt", sagte Leicht. Eine IHK-Umfrage zur Bedeutung der Lübecker Uni hatte im Sommer ergeben, dass mehr als 1000 Firmen mit über 23 000 Mitarbeitern in diesen Branchen tätig sind. Sie erwirtschaften einen Gesamtumsatz von rund vier Milliarden Euro pro Jahr. "Wir müssen dafür sorgen, dass wir auch überregional als attraktiver Standort für die besten Köpfe der Branche gelten", sagte Leicht.

Die Initiatoren wollen Forschung, Qualifizierung und Standortmarketing stärken. Lübecks Alleinstellungsmerkmale in der Medizintechnik, besonders im Bereich Qualifizierung und Vernetzung mit der Industrie, sollen ausgebaut werden. Norbert Basler, Sprecher des HanseBelt Initiativkreises, warb für die Idee einer HanseBelt Universität zwischen Hamburg und dem ¥resund als Plattform für engere Kooperationen der Hochschulen in der Region. Gerade im Bereich der Medizin und Medizintechnik liege dies nahe.

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