Ärzte Zeitung online, 04.01.2011

Forschende Pharma-Unternehmen rechnen mit Innovationsfeuerwerk

BERLIN (maw). Der Verband der forschenden Arzneimittelhersteller (vfa) blickt optimistisch ins neue Jahr - zumindest, was die Innovationskraft der Mitgliedsunternehmen angeht.

"2011 ist wieder mit vielen neuen Medikamenten zu rechnen, insbesondere gegen Krebs, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Infektionen", prognostizierte vfa-Hauptgeschäftsführerin Cornelia Yzer.

2011 sollen neue Medikamente nach Angaben des vfa unter anderem die Behandlung von fortgeschrittenem Brust- und Prostatakrebs verbessern helfen. Zwei neue Antibiotika sollen Bakterien bekämpfen, die gegen ältere Mittel resistent geworden sind. Erstmals seit fünf Jahrzehnten könnte auch ein neues Medikament gegen Lupus verfügbar werden, so der vfa.

Für Patienten mit Multipler Sklerose könnten ebenfalls mehrere neue Präparate verfügbar werden; sie sollen Symptome lindern und die Häufigkeit von Krankheitsschüben senken.

Zwei Kombinationspräparate gegen Malaria, die 2011 die Zulassung erhalten könnten, wurden vor allem für Entwicklungsländer entwickelt, so der vfa. Sie dürften aber auch reisenden Europäern zugute kommen. Entwicklungspartner war in beiden Fällen die Organisation Medicines for Malaria Venture (MMV).

"Pharmaforschung ist risikoreich, langwierig und teuer", betonte Yzer. "Die Entwicklung jeder Medikamenten-Innovation von 2011 wurde schon in den 1990er-Jahren begonnen. Und was in diesem Jahr in Pharmalabors in Deutschland und andernorts erfunden wird, dürfte kaum vor 2020 zu den Patienten gelangen."

Yzer weiter: "Forschende Pharma-Unternehmen müssen langfristig denken und brauchen auch ein politisches Umfeld, das ihnen das erlaubt. Nur so können die großen medizinischen Herausforderungen unserer Zeit, wie sie nicht zuletzt die demographische Entwicklung mit sich bringt, gemeistert werden."

25 bis 30 der kommenden Arzneien dürften auf neuen Wirkstoffen basieren; bei weiteren Präparaten würden bekannte Wirkstoffe durch eine neue Darreichungsform gegen eine weitere Krankheit einsetzbar.

Fast ein Drittel der neuen Medikamente werde voraussichtlich der Behandlung seltener Erkrankungen dienen, etwa der Lungenfibrose oder einer angeborenen Störung der Gallen-Bildung. "Damit bestätigt sich der Trend der letzten Jahre, dass Pharma-Unternehmen sich immer stärker für Patienten mit seltenen Krankheiten engagieren", so Yzer.

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