Ärzte Zeitung online, 14.01.2011

Sanofi will 20 Milliarden Dollar für Genzyme bieten

PARIS (dpa). Der französische Pharmakonzern Sanofi-Aventis arbeitet mit Hochdruck an der geplanten Übernahme des US-Biotech-Unternehmens Genzyme. Sanofi sei bereit, das ursprüngliche Angebot von 69 auf 70 oder 71 Dollar je Aktie zu erhöhen, berichtete die französische Tageszeitung "Le Figaro" am Freitag unter Berufung auf Konzernkreise.

Weil die Offerte zusätzlich die Ausgabe von sogenannten Contingent Value Rights (CVR) vorsehe, gehe es nun um eine Gesamtsumme von etwa 20,4 Milliarden Dollar.

Dies entspreche dann einem Preis von rund 76 Dollar je Aktie. Das "Wall Street Journal" hatte zuletzt von Verhandlungen um einen Preis von 80 Dollar je Genzyme-Aktie berichtet.

Mit den CVR will Sanofi-Aventis die Anteilseigner des US-Unternehmens zu einem späteren Zeitpunkt zusätzlich honorieren, wenn sich das Genzyme-Medikament Lemtrada als Blockbuster entpuppen sollte.

Das Mittel zum Einsatz bei Multipler Sklerose könnte nach Schätzung des Genzyme-Vorstands bis zu 3,5 Milliarden US-Dollar Umsatz bringen, Sanofi-Aventis geht allerdings nur von 700 Millionen Dollar aus.

Die Franzosen hatten Mitte Dezember die Annahmefrist für das ursprüngliche Angebot im Gesamtwert von 18,5 Milliarden Dollar bis zum 21. Januar verlängert. Anfang Oktober war Sanofi-Aventis mit einem feindlichen Übernahmeversuch in die Offensive gegangen.

Seit Juli des vergangenen Jahres werben die Franzosen um Genzyme. Wegen auslaufender Patente und zunehmender Konkurrenz durch Nachahmerprodukte (Generika) stehen viele Pharmaunternehmen unter Konsolidierungsdruck.

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