Ärzte Zeitung online, 03.02.2011

Deutsche Bank will 2011 neue Rekorde aufstellen

Die Deutsche Bank investiert in ihre Zukunft und nimmt dafür milliardenschwere Lasten in Kauf. Der Überschuss 2010 brach um mehr als die Hälfte ein. Doch Konzernchef Ackermann sorgt das nicht: Das Tagesgeschäft läuft bestens und in den nächsten Jahren soll es hoch hinaus gehen.

Deutsche Bank will 2011 neue Rekorde aufstellen

Deutsche Bank-Chef Ackermann: "2010 war ein Jahr des Wandels und der Investition in die Zukunft."

© dpa

FRANKFURT/MAIN (dpa). Die Deutsche Bank hält trotz der Milliardenlasten für den Konzernumbau an ihren ehrgeizigen Gewinnzielen für 2011 fest. Der operative Gewinn vor Steuern soll im laufenden Jahr auf 10 Milliarden Euro klettern.

"Trotz verbleibender Risiken und Unwägbarkeiten hinsichtlich des wirtschaftlichen Umfelds sind wir zuversichtlich, dass wir dies schaffen werden", ließ Konzernchef Josef Ackermann am Donnerstag mitteilen.

Im vergangenen Jahr legte der Gewinn vor Steuern und Sonderposten wie Abschreibungen auf die Anteile an der inzwischen übernommenen Postbank auf 6,5 Milliarden Euro zu, im Vorjahr waren 5,2 Milliarden.

Inklusive der Abschreibungen und anderen Sonderposten für den Konzernumbau sank der Vorsteuergewinn auf 4,0 Milliarden Euro.

Dies war seit Montagabend bekannt, nachdem der Frankfurter Dax-Konzern überraschend Eckdaten für das vierte Quartal veröffentlicht hatte.

Die Aktie stieg seit der Veröffentlichung deutlich, obwohl der Gewinn deutlich unter den Erwartungen von Analysten gelegen hatte.

Der Überschuss brach im vergangenen Jahr von vorher 5 Milliarden auf rund 2,3 Milliarden Euro ein. Deutschlands größtes Geldhaus, das operativ bestens dasteht, begründete den Gewinneinbruch mit Kosten für die Integration von Postbank und Sal. Oppenheim sowie Investitionen in den Umbau des Investmentbankings.

"Das Jahr 2010 war für die Deutsche Bank ein Jahr des Wandels und der Investition in die Zukunft", erklärte Ackermann, der spätestens 2013 aus dem Amt scheiden wird.

Die Bank habe erneut die Ertragskraft ihres Kerngeschäfts bewiesen: Allein das vierte Quartal brachte Rekorderträge von 7,4 Milliarden Euro.

Somit verfüge die Bank "über eine hervorragende Ausgangsbasis für weiteres Wachstum", befand Ackermann. "Diese wollen wir nutzen, um unsere selbst gesteckten ehrgeizigen Ergebnisziele zu erreichen."

Die Aktionäre sollen trotz des Gewinneinbruchs wieder mit 75 Cent je Aktie am Gewinn beteiligt werden.

Da sich die Bank im vergangenen Herbst durch den Verkauf von neuen Aktien 10,2 Milliarden Euro ins Haus geholt hat, steigt die Ausschüttungssumme von rund 466 Millionen auf knapp 700 Millionen Euro.

Damit schüttet die Bank rund 30 Prozent ihres Jahresgewinns an die Aktionäre aus. Im Jahr zuvor waren es noch knapp 10 Prozent.

Am Markt gilt das als deutliches Zeichen dafür, dass sich die Deutsche Bank gut gerüstet fühlt - unter anderem für die strengeren Kapitalvorschriften ("Basel III").

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Marathon geht Amateuren richtig ans Herz

Wer sich als Amateur an einen Marathon wagt, ist trotz regelmäßigen Trainings kardial gefährdet. Studienautoren geben einen Tipp, um das Herz nicht so stark zu belasten. mehr »

„Das ist keine Propagandaschlacht“

Einige Passagen im geplanten Termineservice- und Versorgungsgesetz stoßen Ärzten sauer auf. Im Interview erläutern die drei KBV-Vorstände, warum sie zuversichtlich sind, dass sich Änderungen noch durchsetzen lassen. mehr »

TK senkt Zusatzbeitrag – Barmer nicht

Nach und nach geben die Krankenkassen ihren Beitragssatz für 2019 bekannt - nun tat dies die Kassen-Schwergewichte TK und Barmer sowie zwei weitere AOKen. Es zeichnen sich sinkende Zusatzbeiträge ab, aber nicht bei jeder Kasse. mehr »