Ärzte Zeitung online, 21.02.2011

Merck KGaA: Kein Abschied von Nasivin® und Co.

DARMSTADT (cw). Merck KGaA will sich von seinem OTC-Geschäft nicht trennen. Anderslautende Meldungen dementierte Karl-Ludwig Kley, Vorsitzender der Geschäftsleitung, am Montag in Darmstadt.

Man sei zwar mit der Situation der Konzernsparte Consumer Health Care nicht zufrieden, doch arbeite man an Strategien, das Geschäft voran zu bringen. "Wir haben nicht die Absicht, eine Verkaufsmaßnahme einzuleiten", versicherte Kley.

Zuvor hatte die "Financial Times Deutschland" entsprechende Überlegungen Kleys kolportiert. Der aber dementiert: "Das habe ich nicht gesagt".

Das OTC-Geschäft sei nur in einzelnen Regionen stark. Dagegen fehle die kritische Masse, um als Global Player im Selbstmedikationsmarkt mitmischen zu können. Eine Akquisition, um die Sparte schlagkräftiger zu machen, schließt der Konzernchef allerdings aus. Die Preise für entsprechende Zukäufe seien derzeit viel zu hoch.

Stattdessen kämen strategische Partnerschaften und organisches Wachstum in Frage. "In einem bestimmten Profitabilitätskorridor", so Kley, könne man sich dafür auch mehr Zeit lassen. Zufriedenstellend sei etwa das Niveau von 2009, als eine operative Rendite von zehn Prozent erreicht wurde.

Kley ließ jedoch keinen Zweifel daran, dass dieser Korridor zuletzt mit knapp drei Prozent verlassen wurde. 2010 erwirtschaftete die kleinste Sparte des Darmstädter Pharma- und Spezialchemieunternehmens 472 Millionen Euro (+1,1 Prozent).

Das operative Spartenergebnis brach um 71 Prozent auf 14 Millionen Euro ein. Dafür gab es mehrere Gründe. In China habe man Restrukturierungsmaßnahmen vornehmen müssen, eine Kooperationsvereinbarung mit Wyeth für Nordamerika sei geplatzt, und in Großbritannien verlief die Entwicklung des dort 2009 eingeführten Supplements Femibion® nicht wie erhofft.

Zu den in Deutschland bekannten OTC-Marken von Merck gehören auch Nasivin®, Cebion® oder die Beinwellsalbe Kytta®. 2011 soll sich der Umsatz der Merck-Consumer-Sparte zwischen sieben und 12 Prozent verbessern.

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