Ärzte Zeitung online, 24.02.2011

MorphoSys-Personalie sorgt für Kurseinbruch

MÜNCHEN (cw). Mit einem Kurssturz von zwischenzeitlich mehr als zehn Prozent reagierte die Börse auf die Nachricht, dass das Forschungsunternehmen MorphoSys seinen langjährigen Finanzvorstand verliert.

MorphoSys-Personalie sorgt für Kurseinbruch

Verlässt das Unternehmen: MorphoSys-Finanzvorstand Dave Lemus.

© MorphoSys

Mit aktuell minus sieben Prozent rangiert die MorphoSys-Aktie unter den am heutigen Handelstag schwächsten TecDax-Werten (WKN 663200).

Finanzchef Dave Lemus wird nach mehr als 13 Jahren im Vorstand das auf die Entwicklung therapeutischer und diagnostischer Antikörper spezialisierte Unternehmen verlassen.

Sein Nachfolger soll Jens Holstein werden, der derzeit bei Fresenius Deutschland Geschäftsführer der Spezialernährungs-Sparte Kabi ist.

Seitens des Unternehmens werden Spekulationen dementiert, wonach die Personalie Konsequenz einer verfehlten Prognose für das Geschäftsjahr 2010 sei.

Im Dezember hatte MorphoSys seine Erwartungen angehoben, bereits im Januar aber wieder gesenkt, weil die Bewertung eines Forschungsabkommens mit Pfizer revidiert werden musste.

Im vergangenen Jahr konnte MorphoSys, eines der wenigen Biotech-Startups in Deutschland, die profitabel arbeiten, den Umsatz um 7,5 Prozent auf 87 Millionen Euro erhöhen.

Der operative Gewinn ging nach erheblich gestiegenen Ausgaben für Forschung und Entwicklung um 14 Prozent auf 9,8 Millionen Euro zurück. Der Überschuss lag mit 9,2 Millionen Euro zwei Prozent über der Vorjahresmarke.

2010 sei geprägt gewesen "von bedeutenden Fortschritten in der Produkt-Pipeline", heißt es von Unternehmensseite. Zu Jahresbeginn habe MorphoSys acht klinische Entwicklungsprogramme bearbeitet, Ende 2010 waren es 17. Dadurch erhöhten sich die F&E-Investitionen um 37 Prozent auf 26,5 Millionen Euro.

Für 2011 erwartet das Management mehr als 20 Prozent Umsatzplus, einen unverändert hohen operativen Gewinn und den weiteren Ausbau der Antikörper-Pipeline.

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