Ärzte Zeitung, 06.03.2011

Allianz PKV verdiente 2010 vor allem an den erhöhten Beiträgen

UNTERFÖHRING (sto). Bei der Allianz Private Krankenversicherung (APKV) ist die Zahl der Kunden, die eine Vollversicherung haben, im vergangenen Jahr um 2,1 Prozent auf 694.000 Personen gesunken.

Insgesamt hatten Ende vergangenen Jahres 2,4 Millionen Bürger eine Krankenversicherung bei der APKV. Die meisten davon haben eine Zusatzversicherung, berichtete Dr. Markus Rieß, Vorstandsvorsitzender der Allianz Deutschland AG, bei der Jahrespressekonferenz seines Unternehmens in Unterföhring bei München.

Der Bestand in der Krankheits-Zusatzversicherung sei leicht um 0,1 Prozent auf 1,7 Millionen gestiegen. Darunter waren auch 16.400 Kunden, die bei der KKH-Allianz, mit der die APKV eine Kooperation hat, gesetzlich versichert sind, erklärte Rieß.

Die Beitragseinnahmen in der APKV stiegen im vergangenen Jahr um ein Prozent auf 3,2 Milliarden Euro. Die höheren Einnahmen seien im Wesentlichen auf die Erhöhung der Beiträge zurückzuführen. Auf der Ausgabenseite wirkten sich die weiter steigenden Aufwendungen für Versicherungsleistungen sowie für Abschluss- und Verwaltungskosten aus.

Für Beitragsausfälle in der Vollversicherung bei Kunden, die ihre Beiträge nicht zahlen können und denen aufgrund einer gesetzlichen Änderung seit 2009 nicht mehr gekündigt werden kann, habe die APKV im vergangenen Jahr zwölf Millionen Euro abgeschrieben.

Nachdem die dreijährige Wartefrist für gesetzlich versicherte Angestellte, die mit ihrem Einkommen über der Versicherungspflichtgrenze liegen, für den Übertritt in die private Krankenversicherung wieder gestrichen wurde, wolle man die Chancen für den Verkauf von Vollversicherung in diesem Jahr "schrittweise" nutzen, kündigte Rieß an.

Für das laufende Jahr rechne er daher mit gleich bleibenden Beitragseinnahmen. Angesichts weiterer Kostensteigerungen im Gesundheitswesen werde der Gewinn der APKV am Ende des Jahres voraussichtlich niedriger ausfallen als 2010. Im vergangenen Jahr lag das Jahresergebnis der APKV vor Steuern bei 117 Millionen Euro.

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