Ärzte Zeitung online, 18.03.2011

B.Braun Melsungen verzeichnet erneut ein Rekordjahr

MELSUNGEN (kaj). Nach seinem Rekordergebnis im Jahr der Finanzkrise 2009 konnte der Medizintechnikkonzern B. Braun Melsungen AG seine Erlöse 2010 erneut steigern.

Laut der am Freitag vorgestellten Geschäftsbilanz lag der Umsatz des Unternehmens im vergangenen Jahr bei 4,42 Milliarden Euro, das entsprach einer Steigerung von 9,8 Prozent. 2009 hatte das weltweit tätige Unternehmen beim Umsatz erstmals die Vier-Milliarden-Euro-Marke überschritten.

B. Braun Melsungen AG

Unternehmen: B. Braun ist seit gut 170 Jahren in Familienbesitz, sie ging aus einer Apotheke hervor.

Sitz: Melsungen

Mitarbeiter: weltweit 41.666 (+5,5%), davon 11.251 (+ 5,4%) in Deutschland (Stichtag 31.12.2010)

Sparten: • Hospital Care (Infusionsprodukte, Wundversorgung, Pharmazeutika), Umsatz: 2,09 Milliarden Euro (+9,6%)
• Aesculap (Chirurgiebedarf, Implantate), Umsatz: 1,28 Mrd. Euro (+11,1%)
• OPM (Produkte und Dienstleistungen für ambulante Versorgung), Umsatz: 554 Millionen Euro (+5,5%)
• B.Braun Avitum (Dialyse), Umsatz: 474 Mio. Euro (+12,9%)

Noch stärker als der Umsatz wuchs mit einem Plus von 15,9 Prozent das Ergebnis vor Steuern: im Geschäftsbericht ist es mit 389,6 Millionen Euro ausgewiesen. Der Konzernjahresüberschuss lag bei 277,4 Millionen Euro (plus 15,8 Prozent).

"Wir erwarten in den nächsten Jahren ähnliche Wachstumsraten", erklärte der scheidende Vorstandschef des Unternehmens Ludwig Georg Braun bei der Bilanzpressekonferenz in Melsungen. Investitionen zur Modernisierung und Erweiterung der Produktionskapazitäten wolle das Unternehmen im Wesentlichen aus eigener Kraft stemmen.

Laut Bilanz erreichte der Konzern 2010 eine Eigenkapitalquote von 42,3 Prozent - unter Berücksichtigung von Aktionärsdarlehen sogar von 43,3 Prozent. Künftig sollen 45 Prozent erreicht werden.

Braun gibt seinen Posten an der Spitze des Unternehmens zum 31. März nach 40 Jahren Tätigkeit im Vorstand auf. Mit dem bisherigen Finanzvorstand und Arbeitsdirektor Heinz-Walter Große rückt dann erstmals jemand auf den Chefsessel nach, der nicht der Besitzerfamilie angehört.

Große signalisierte Kontinuität für eine Firmenpolitik, in der die deutschen Mitarbeiter in Melsungen, Berlin und Tuttlingen mit Mehrarbeit über besondere Standortsicherungsverträge zum Erhalt ihrer Arbeitsplätze beitragen. Man müsse den Mitarbeitern klar machen, dass das Unternehmen auf seine hohe Ertragskraft angewiesen sei, sagte er.

Der Ausbau der Fertigungskapazitäten im In- und Ausland ist laut Braun so weit vorangekommen, dass 2011 ein größeres Produktvolumen zur Verfügung stehe. "Wir waren in den letzten 16 Monaten so gut wie ausverkauft", erklärte der Firmenchef. Er gehe davon aus, dass ab 2012 die ersten Produkte für parenterale Ernährung aus der neuen Fabrik in Melsungen für den europäischen Markt zur Verfügung stünden.

Unterdessen beschäftigen das Unternehmen Überlegungen, ob die Zentrale seiner japanischen Tochter von Tokio in weniger bedrohte Gebiete umziehen muss. Im Werk Toshigi, wo B.Braun Kanülen fertigt, sei die Produktion wieder angelaufen.

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