Ärzte Zeitung online, 09.04.2011

Johnson & Johnson zahlt Millionen für Vergleich

NEW BRUNSWICK (dpa). Der US-Konsumgüter- und Pharmakonzern Johnson & Johnson zahlt für einen Vergleich insgesamt rund 78 Millionen Dollar (rund 54 Millionen Euro). Damit will das Unternehmen Korruptionsvorwürfe aus der Welt schaffen.

Mitarbeiter des Unternehmens sollen offenbar Ärzte oder Krankenhaus-Manager in Griechenland, Polen und Rumänien bezahlt haben, um so für Produkte des Unternehmens zu werben.

Außerdem soll Geld an irakische Regierungsmitglieder geflossen sein, um an Aufträge aus dem Öl-für-Lebensmittel-Programm der Vereinten Nationen zu kommen.

"Wir sind zutiefst enttäuscht über das inakzeptable Verhalten, dass zu diesen Verstößen geführt hat", sagte Konzernchef William Weldon am Freitag. "Wir tun alles, dass dies nie wieder passiert."

Ein mit dem US-Justizministerium und der Börsenaufsicht SEC geschlossener Vergleich kostet Johnson & Johnson gut 70 Millionen Dollar. Hinzu kommen weitere umgerechnet etwa 8 Millionen Dollar, die der US-Konzern wegen ähnlicher Vorwürfe an Großbritannien überweist.

Die Ermittlungen, die Johnson & Johnson in einigen Fällen selbst angestoßen hatte, laufen schon seit Jahren. Es ist ein weiterer Kratzer für das Image des Herstellers von Penaten- und bebe-Pflegeprodukten oder o.b.-Tampons.

In den vergangenen Monaten hatte eine ganze Reihe an Rückrufen von fehlerhaften oder verunreinigten Produkten für Negativschlagzeilen gesorgt. Die Bandbreite reichte dabei von Hüftprothesen bis hin zu rezeptfreien Medikamenten.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Die Malaria-Gefahr wächst

Weltweit steigen Erkrankungszahlen an Malaria seit zwei Jahren wieder. Es trifft nicht nur Kinder in Entwicklungsländern, sondern auch Reisende aus Deutschland. mehr »

Kein Frühstück = höheres Diabetes-Risiko

Wer das Frühststücken auslässt, erhöht damit womöglich das Risiko für Diabetes. Eine Metaanalyse mit fast 100.000 Teilnehmern zeigt: Die Gefahr wächst mit den Tagen. mehr »

Grünes Licht für die MWBO-Novelle

Weniger Richtzeiten und kompetenzbasiertes Lernen: Der Vorstand der Bundesärztekammer hat die Novelle der (Muster-)Weiterbildungsordnung beschlossen. mehr »