Ärzte Zeitung, 31.05.2011
 

Axa erwartet für 2011 ein deutliches Plus

Die private Krankenversicherung Axa hat im ersten Quartal den positiven Effekt des Wegfalls der Drei- Jahres-Wechselfrist gespürt. Das Neugeschäft nahm um 51,8 Prozent auf 82 Millionen Euro zu.

KÖLN (iss). Nach einem unterdurchschnittlichen Wachstum im vergangenen Jahr erwartet die Axa Krankenversicherung für 2011 ein deutliches Plus. "Wir werden in diesem Jahr über sieben Prozent Wachstum haben, von dem noch nicht einmal die Hälfte aus Beitragsanpassungen kommen wird", sagte Vorstand Thomas Michels in Köln.

Auch 2010 habe das Unternehmen - die Nummer vier im PKV-Markt -die Beiträge weniger stark angepasst als viele andere Unternehmen. Deshalb habe der Anstieg der Prämieneinnahmen um 3,8 Prozent auf 2,3 Milliarden Euro unter dem Marktdurchschnitt von sechs Prozent gelegen.

Der PKV-Markt spalte sich in zwei Lager, sagte Michels: auf der einen Seite Unternehmen, die im Bestand verlieren und nur noch durch Beitragsanpassungen wachsen, auf der anderen Seite Anbieter, die durch die Erweiterung de Kundenkreises wachsen. Die Axa Kranken gehöre zu letzteren.

13.000 neue Vollversicherte

Im vergangenen Jahr steigerte der Versicherer die Zahl der Vollversicherten um knapp 13.000 auf 737.573. Rund die Hälfte des Neuzugangs waren Beilhilfe-Versicherte. Die Axa Kranken hat mit der DBV Kranken fusioniert, die auf den öffentlichen Dienst spezialisiert ist. Erfreut ist Michels über einen starken Zuwachs bei Medizinern. "Wir konnten 3000 neue Ärzte gewinnen", sagte er der "Ärzte Zeitung".

Heilberufe sind eine wichtige Zielgruppe der Axa, zu der auch die Deutsche Ärzteversicherung gehört. Sie bilden neben Privatkunden, Firmenkunden und dem öffentlichen Dienst eines der vier Kundensegmente der Axa.

Michels schloss sich Forderungen aus der Branche an, einen Mindestumfang für PKV-Deckungen zu definieren. PKV-Policen dürften nicht einen derart eingeschränkten Deckungsumfang haben, dass Versicherte im Bedarfsfall ohne wirkliche Krankenversicherung dastehen, sagte er. "Wir haben zwar auch Einsteigertarife auf GKV-Niveau aber keine, die noch darunter liegen."

Offene Forderungen 2010 insgesamt 23 Millionen Euro

Gerade Unternehmen, die sehr günstige Tarife anbieten, haben zurzeit mit dem Problem der Nichtzahler zu kämpfen. Wegen der Versicherungspflicht können Unternehmen säumigen Zahlern nicht mehr kündigen.

Bei der Axa Kranken beliefen sich die offenen Forderungen an Versicherte im Jahr 2010 auf 23 Millionen Euro, sagte er. Die Axa Kranken sei weniger stark betroffen als der Branchendurchschnitt. "Wir haben seit Einführung der Versicherungspflicht sehr konsequent auf die Schufa-Prüfung gesetzt", sagt Michels.

Im ersten Quartal 2011 hat die Axa Kranken wie die Branche insgesamt die positiven Effekte des Wegfalls der Drei-Jahres-Wechselfrist von der GKV in die PKV gespürt. Das Neugeschäft nahm um 51,8 Prozent auf 82 Millionen Euro zu. Die Beitragseinnahmen stiegen um 7,4 Prozent auf 620 Millionen Euro.

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