Ärzte Zeitung online, 30.05.2011

Grünenthal kauft sich in Brasilien ein

AACHEN (cw). Mit der Übernahme des privaten brasilianischen Pharmaunternehmens Selfarma hat Grünenthal eine weitere Etappe genommen, um in Lateinamerika stärker zu wachsen.

Bis 2015 will das auf Schmerzmittel spezialisierte Familienunternehmen rund 30 Prozent seiner Erlöse in Südamerika erwirtschaften.

Mitte April hatte Grünenthal CEO Dr. Harald Stock die Gründung eigener Vertriebsgesellschaften in Brasilien und Argentinien angekündigt. Lateinamerika sei das zweite Standbein des Konzerns, so Stock, und in den kommenden Jahren "der größte Wachstumstreiber".

Dabei komme dem brasilianischen Markt "eine besonders große Bedeutung zu, denn dort werden 50 Prozent des Pharmaumsatzes der gesamten lateinamerikanischen Region realisiert und 80 Prozent des Wachstums", heißt es in einer Mitteilung.

Neben den besseren Möglichkeiten für den Vertrieb der eigenen Produkte erhöhe die Präsenz in Brasilien Grünenthals Attraktivität als Lizenzpartner für andere Unternehmen.

Vergangenes Jahr erzielte Grünenthal in Lateinamerika mit 133 Millionen Euro ein Umsatzwachstum von 24 Prozent. Konzernweit nahmen die Erlöse dagegen nur um 3,3 Prozent auf 910 Millionen Euro zu. In den europäischen Märkten wurden 700 Millionen Euro erwirtschaftet (minus 8,5 Prozent).

Nach Abschluss der Transaktion - ein Kaufpreis wurde nicht genannt - soll Selfarma in Grunenthal do Brazil umbenannt werden.

Selfarma habe kein Anlagevermögen und keine eigenen Produkte, besitze aber die notwendigen Genehmigungen, um Produkte zu vermarkten, teilte Grünenthal auf Anfrage mit. Selfarma sei ausschließlich im brasilianischen Markt tätig.

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