Ärzte Zeitung online, 10.06.2011

Lundbeck klagt gegen den GBA

HAMBURG (cw). Lundbeck will sich nicht kampflos geschlagen geben: Der Hersteller des Antidepressivums Escitalopram (Cipralex®) hat beim Landessozialgericht Berlin-Brandenburg Klage gegen den Gemeinsamen Bundesausschuss (GBA) eingelegt.

Mitte April hatte das Selbstverwaltungsgremium das noch patentgeschützte Cipralex® in eine gemeinsame Festbetragsgruppe mit generischen Citalopram-Produkten eingeordnet.

Lundbeck vertritt jedoch die Auffassung, dass der GBA einen erwiesenen Zusatznutzen des aktiven Citalopram-Enantiomers Escitalopram unzulässigerweise verneine. Rückhalt findet das dänische Pharmaunternehmen in medizinischen Fachkreisen.

Das internationale Wissenschaftler-Netzwerk Cochrane Collaboration sowie viele staatliche Bewertungsinstitutionen, etwa in Kanada, Frankreich, Spanien oder Schweden, anerkennen den Zusatznutzen von Escitalopram und bewerten diesen selektiven Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI) als First-Line-Therapie gegen Depressionen.

Gleichzeitig wies Lundbeck darauf hin, dass ab 1. Juli Kassenpatienten eine Aufzahlung für Cipralex® leisten müssen, wenn sie nicht Therapieumstellungen in Kauf nehmen wollten. Je nach individuell verordneter Dosis sei pro Behandlungstag mit durchschnittlich 1,50 Euro Aufzahlung zu rechnen.

Dr. Eberhard Lüdtke von der deutschen Landesgesellschaft wirbt um Verständnis für die Entscheidung, nicht auf Festbetrag zu gehen: "Wir haben als forschendes Pharmaunternehmen keine Chance, wenn wir auf Generikaniveau herunter gehen".

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