Ärzte Zeitung online, 17.06.2011

Gewinnwarnung drückt Celesios Aktien

STUTTGART (dpa). Die Aktien des Pharmahändlers Celesio sind nach einer Gewinnwarnung massiv unter Druck geraten.

Am Freitagvormittag rauschten sie in einem insgesamt schwachen Marktumfeld um 16,4 Prozent auf 12,60 Euro in den Keller - ein Rekordtief. Ein Nachfolger für den Ende Juni ausscheidenden Vorstandschef Fritz Oesterle steht zudem noch nicht fest.

Der im MDax notierte Arzneimittelgroßhändler hatte am Donnerstag unter anderem wegen der staatlichen Sparmaßnahmen in Europa eine Gewinnwarnung ausgegeben.

Das untere Ende der Zielspanne für das operative Jahresergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) werde demnach nicht mehr deutlich über 600 Millionen Euro liegen, wie Analysten schätzten.

"Wir gehen für 2011 inzwischen allein bei den direkten staatlichen Maßnahmen von Belastungen in Höhe von 120 Millionen Euro aus", sagte der Vorstandschef.

Oesterle verlässt das Unternehmen nach Informationen aus Branchenkreisen wegen der Auseinandersetzung um die Ausrichtung von Celesio. Zwischen dem Vorstand des Pharmahändlers und dem Mehrheitsaktionär Haniel hatte es zuletzt Differenzen über die Strategie des Unternehmens gegeben.

Oesterle bekommt nach früheren Angaben eine Abfindung von 9,1 Millionen Euro, sein Vertrag wäre noch bis Ende 2013 gelaufen.

Laut der "Süddeutschen Zeitung" wird in Branchenkreisen spekuliert, ob Oesterle beim Konkurrenten Phoenix in Mannheim unterkommt. Dem Blatt zufolge wurde in dem Auflösungsvertrag für den Manager die normalerweise übliche Klausel vergessen, wonach der Betreffende sich verpflichtet, für einen bestimmten Zeitraum nicht für die Konkurrenz zu arbeiten.

Phoenix war nicht für eine Stellungnahme zu erreichen. Die Franz Haniel & Cie. GmbH hält 54,6 Prozent der Celesio-Anteile, die restlichen 45,4 Prozent sind in Streubesitz.

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