Ärzte Zeitung, 04.07.2011

Roche rüstet in Bayern auf

158 Millionen Euro hat Roche am Standort im oberbayerischen Penzberg investiert. Im Fokus stehen dabei therapeutische Proteine - Biopharmazie und personalisierte Medizin sind die Schwerpunkte.

Von Jürgen Stoschek

PENZBERG. Das Schweizer Pharmaunternehmen Roche hat seine Kapazitäten für die Erforschung und Entwicklung therapeutischer Proteine erweitert und dafür am Standort im bayerischen Penzberg rund 158 Millionen Euro investiert.

In den vergangenen zweieinhalb Jahren wurden auf dem Werksgelände insgesamt fünf Gebäude mit einer Fläche von rund 20.000 Quadratmetern Produktions- und Laborflächen umgebaut und erweitert.

Mit diesem Projekt würden die Grundlagen geschaffen, um in den kommenden Jahren neue biopharmazeutische Arzneimittel erforschen und entwickeln zu können, die im Rahmen einer personalisierten Medizin zielgerichtet eingesetzt werden sollen, erklärte Dr. Severin Schwan, CEO von Roche, bei der offiziellen Einweihung.

Bayerns Forschungsminister Dr. Wolfgang Heubisch würdigte das Engagement von Roche in Penzberg. Nicht zuletzt deshalb gehöre Bayern inzwischen zu einem der drei Top-Standorte der Biotechnologie in Europa.

 Mit den Investitionen für die Entwicklung neuer therapeutischer Proteine werde der Standort Penzberg, der im kommenden Jahr auf eine vierzigjährige Geschichte zurückblicken könne, weiter aufgewertet, erklärte Heubisch.

Penzberg ist innerhalb der Roche-Gruppe das europäische Kompetenzzentrum für die therapeutische Proteinforschung. Derzeit befinden sich laut Roche rund 40 Forschungsprojekte für die Entwicklung neuer Wirkstoffe in der Pipeline.

Eines davon zielt auf die Entwicklung des Antikörpers Gantenerumab gegen Alzheimer, so Forschungsleiter Professor Klaus Strein. Erste Ergebnisse einer Phase-II-Studie, in der Patienten mit prodromalem Alzheimer über zwei Jahre mit Gantenerumab behandelt würden, sollen 2013/14 vorliegen. Es bestehe die Hoffnung, dass durch eine frühzeitige Behandlung mit Gantenerumab der Eintritt von Alzheimer deutlich verzögert werden könne, so Strein.

Die fünf am häufigsten verkauften Arzneimittel von Roche stammen nach Unternehmensangaben aus der Gruppe der therapeutischen Proteine. Damit erzielte Roche 2010 knapp 58 Prozent seines Umsatzes in der Pharmasparte.

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