Ärzte Zeitung online, 02.07.2011

Design und Technik sollen Absatz von Hörgeräten steigern

BERLIN (dpa). Mit Drahtlos-Verbindungen und neuen Designs wollen die deutschen Hörgerätehersteller neue Kunden gewinnen.

"Zehn Millionen Deutsche haben eine Hörminderung, aber von ihnen trägt nur ein Drittel Hörsysteme", sagte der Chef des Bundesverbands der Hörgeräte-Industrie, Hans-Peter Bursig, im der Nachrichtenagentur dpa.

"Wir glauben, dass sich die Nachfrage steigern lässt", so Bursig weiter. Erstmals präsentiert sich die Branche deshalb auf der Internationalen Funkausstellung (IFA) im September in Berlin.

"Die Sensibilität für das Thema Hören wächst", sagte Bursig und verwies auf die wachsende Zahl von Geräuschquellen: Handys, Automaten, Navigationsgeräte. "Es wird immer wichtiger, dass sie im Alltag gut hören und auch in schwierigen Situationen hören."

Der Gesamtmarkt für Hörgeräte und ihre Wartung in Deutschland erreicht nach Verbandsangaben bei konstanten Wachstumsraten im mittleren einstelligen Bereich etwa eine Milliarde Euro.

Um im Wettbewerb zu bestehen, hätten inzwischen alle Anbieter kommunikationsfähige Geräte im Angebot, die sich etwa mit Fernseher, Computer und Freisprechanlagen verbinden und so für bessere Sprachqualität sorgen.

Die Optik bessere sich: "Das Riesengerät hinterm Ohr gibt es nicht mehr", ist Bursig überzeugt. Viele Geräte seien nur noch zwei Finger hoch und glänzten in modernen Farben - Wechselschalen wie beim Handy inklusive.

Das Ziel der Branche: Ein wenig soll die Hörhilfe ein Modeartikel werden - wie die Brille. "Der Trend dahin ist schon da", sagte Bursig. Wer Wert auf modernen Stil und neue Technik legt, kommt aber mit dem Zuschuss der Krankenkassen nicht aus.

Die geben etwa 360 Euro pro Gerät plus Geld für Wartung und Reparaturen. Im Schnitt werden nach Angaben von Gehörlosenverbänden aber 1600 Euro fällig.

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