Ärzte Zeitung online, 02.08.2011

Grünes Licht: Takeda darf Nycomed kaufen

BRÜSSEL (eb/ger). Die Europäische Kommission hat die Übernahme des schweizerischen Pharmaunternehmens Nycomed durch seinen japanischen Konkurrenten Takeda nach der EU-Fusionskontrollverordnung freigegeben.

Sowohl Takeda als auch Nycomed liefern Protonenpumpenhemmer, ein Arzneimittel, das zur Behandlung weit verbreiteter Störungen der Magensäureproduktion eingesetzt wird.

Aus diesem Grund hatte die Kommission den Zusammenschluss überprüft. Dabei hatte sich Nycomed bereits 2006 mit der Übernahme von Altana auch die Rechte am Protonenpumpenhemmer Pantoprazol gesichert.

Nach einer Mitteilung der EU-Kommission hat die Prüfung ergeben, dass der gemeinsame Marktanteil von Takeda und Nycomed in Deutschland, Italien und Österreich, wo beide das betroffene Produkt verkaufen, nicht sehr hoch ist und dass sie in diesem Sektor dem Wettbewerbsdruck anderer Unternehmen ausgesetzt sind.

Übernahme wird Wettbewerb nicht erheblich behindern

Der Patentschutz für Pantoprazol in Deutschland ist bereits vor einiger Zeit abgelaufen. Die Kommission sei daher zu dem Schluss gekommen, dass die Übernahme den wirksamen Wettbewerb in Europa nicht erheblich behindern wird.

Takeda ist ein weltweit tätiger japanischer Konzern mit den Geschäftsfeldern verschreibungspflichtige Arzneimittel, frei verkäufliche Gesundheitsprodukte und sonstige Bereiche (darunter Herstellung und Vermarktung von Reagenzien, klinische Diagnose und chemische Produkte).

Das schweizerische Unternehmen Nycomed bietet eine differenzierte Produktpalette mit den Schwerpunkten verschreibungspflichtige Markenarzneimittel, frei verkäufliche Gesundheitsprodukte und Lohnherstellung.

Der Zusammenschluss war im Mai angekündigt worden und wurde am 26. Juni 2011 bei der Kommission angemeldet. Der Kaufpreis wurde im Mai mit 9,6 Milliarden Euro beziffert.

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