Ärzte Zeitung online, 06.08.2011

Bayer-Chef droht mit Produktion im Ausland wegen hoher Stromkosten

LEVERKUSEN/DÜSSELDORF (dpa). Der Chemie- und Pharmakonzern Bayer droht angesichts steigender Stromkosten nach der Energiewende mit einer Verlagerung der Produktion ins Ausland.

"Deutschland wird als Produktionsstandort für die energieintensive Chemieindustrie unattraktiver", sagte Bayer-Chef Marijn Dekkers in einem Interview der "Wirtschaftswoche".

"Es ist wichtig, dass wir im Vergleich mit anderen Ländern wettbewerbsfähig bleiben. Ansonsten kann sich ein globales Unternehmen wie Bayer überlegen, seine Produktion in Länder mit niedrigeren Energiekosten zu verlagern."

Bereits jetzt habe Deutschland im EU-Vergleich die höchsten Energiepreise. Der Schwerpunkt der Investitionen bei der Chemie- und Kunststoffsparte lägen bereits jetzt in China. "Deutschland verliert relativ an Bedeutung", sagte Dekkers.

Die globale Konjunkturentwicklung beurteilt er trotz der US-Schuldenkrise als positiv. "Der Aufschwung wird weitergehen", meinte der Manager.

"Die größeren Länder werden Staatsverschuldung und Euro-Krise in den Griff bekommen." Auch für die USA sei er optimistisch. "Und in China sehe ich keine Anzeichen dafür, dass die Blase platzt. Ich rechne dort mit einem weiteren Aufschwung."

Bayer hatte im ersten Halbjahr 2011 einen Gewinn von 1,4 Milliarden Euro erzielt, fast ein Viertel mehr als im Vorjahreszeitraum.

Das Leverkusener Unternehmen will mit einem Sparprogramm bis Ende 2012 die Kosten dauerhaft um 800 Millionen Euro senken. Weltweit sollen 4500 Arbeitsplätze wegfallen, 1700 davon in Deutschland.

Gleichzeitig sollen vor allem in Schwellenländern 2500 neue Jobs entstehen.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Reiseimpfungen 2018 – Welcher Schutz ist nötig?

Egal, wohin die Reise geht, die Basisimpfungen sollten vorhanden sein. Doch auch 2018 gibt es für einige Länder spezielle Empfehlungen. mehr »

Mehr Trinken bringt kranken Nieren nichts

Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion einen höheren Wasserkonsum nahezulegen, nützt nicht viel: Die Harnmenge nimmt etwas zu, doch die Nierenfunktion verbessert sich nicht. mehr »

Drogenbeauftragte möchte keine "Legalisierungsdiskussion"

Die Zahl der Rauschgiftdelikte steigt und steigt, wie die neueste Statistik des Bundeskriminalamts zeigt. Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung warnt vor einer "Normalität" beim Konsum bestimmter Drogen. mehr »