Ärzte Zeitung online, 09.11.2011

Sprachverwirrung um Olanzapin

BAD HOMBURG (cw). Das Pharmaunternehmen Lilly kann die Aufregung um die Austauschbarkeit seines Schizophreniemittels Olanzapin (Zyprexa®) gegen orale generische Varianten nicht verstehen.

In einer Stellungnahme heißt es: "Sämtliche Zulassungen für generisches Olanzapin basieren auf den präklinischen und klinischen Daten des Lilly-Originalpräparates".

Für Lilly sei "nicht erkennbar, warum bei einigen Zulassungen der Terminus ‚Filmtablette‘ statt ‚überzogene Tablette verwendet wird‘".

Mitte Oktober hatte die AOK Olanzapin aus ihrer 7. Rabattausschreibung herausgenommen. Zur Begründung hieß es damals, dass lediglich zwei von 19 Generikafirmen, die die Substanz seit 1. Oktober in Deutschland anbieten, die exakte Darreichungsform des Originalherstellers - "überzogene Tablette" - berücksichtigten.

Kein Unterschied in der Sache

Wenig später hatte der Gemeinsame Bundesausschuss (GBA) ein Stellungnahmeverfahren zur Austauschbarkeit oraler Olanzapin-Varianten - "Filmtabletten", "Schmelztabletten", "Tabletten" sowie "überzogene Tabletten" - eingeleitet.

Laut Lilly alles unnötig. Der Unterschied zwischen der aktuellen Darreichungsform "überzogene Tablette" und der früheren Bezeichnung "Filmtablette" bestehe nur in der Terminologie, nicht in der Sache.

Er gehe auf eine Bitte der Zulassungsbehörde BfArM von 2007 zurück, die auf Namensänderung gedrängt hätte. Lilly: "Dies war nicht mit einer Änderung der Zusammensetzung oder der Darreichungsform von Zyprexa® verbunden".

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