Ärzte Zeitung online, 23.03.2012

Rechte-Verkauf bringt Medigene ins Plus

MÜNCHEN (cw). Die Übertragung der europäischen Rechte für das Prostatamedikament Eligard® (Leuprorelin als subkutanes Depot) an Astellas haben der Medigene AG 2011 erstmals für ein volles Geschäftsjahr schwarze Zahlen beschert.

Nach knapp 18 Millionen Euro Nettoverlust in der Vergleichsperiode 2010 verbuchte das seit 12 Jahren börsennotierte Münchener Unternehmen im zurückliegenden Geschäftsjahr einen Überschuss von 6,3 Millionen Euro.

Der Gesamtumsatz aus fortgeführten und abgegebenen Geschäften verringerte sich um etwas mehr als ein Drittel auf 32,5 Millionen Euro.

Weniger Zahlungen

Bereits 2010 hatte Medigene Produktumsätze und Lizenzeinnahmen aus den Eligard®-Rechten durch Astellas unter nicht fortgeführten Geschäften verbucht. Der aktuelle Umsatzrückgang resultiert aus einer Abnahme dieser Zahlungen.

Weil bei Medigene jetzt aber auch erheblich geringere Beschaffungskosten anfielen, blieb unterm Strich mehr hängen.

Medigene hatte 2001 die europäischen Rechte an dem Ein-Monats-Depot Eligard® von Atrix Laboratories im späten Stadium der klinischen Entwicklung erworben und bereits wenige Monate später die Zulassung beantragt. 2004 wurde der Astellas-Vorgänger Yamanouchi als Vertriebspartner gewonnen.

Medigenes Umsatz aus fortgeführten Geschäften verdoppelte sich 2011 auf knapp 4,7 Millionen Euro. Das Betriebsergebnis lediglich dieser Aktivitäten fiel mit minus 15,7 Millionen Euro deutlich besser aus als im Vorjahr. Damals liefen noch Verluste von 27,6 Millionen Euro auf.

Marke von fünf Millionen Euro soll geknackt werden

Dieses Jahr wollen die Münchener den Umsatz aus fortgeführten Geschäften auf über fünf Millionen Euro erhöhen. Wachstumstreiber ist der Grüne-Tee-Extrakt Veregen® zur Behandlung von Feigwarzen.

In Deutschland und Österreich ist die Salbe bereits im Markt; vertrieben wird sie hier von Abbott. Als nächste Markteinführung steht Spanien unmittelbar bevor. Anfang März erhielt Veregen® die Zulassung für weitere 17 EU-Länder.

Steigende Forschungsausgaben dürften laut Unternehmensprognose 2012 für einen Verlust auf EBITDA-Basis "im mittleren einstelligen Millionenbereich führen", heißt es. Die Finanzierung sei über 2013 hinaus sicher.

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