Ärzte Zeitung, 04.05.2012

Hartmann-Gruppe trotzt schwierigem Umfeld

Wegen der Euro-Krise wird bei Gesundheitsleistungen gespart, dennoch hat die Hartmann-Gruppe ihren Umsatz gesteigert. Aber nicht in allen Sparten sieht es rosig aus.

HEIDENHEIM (eb). Die Hartmann Gruppe hat im ersten Quartal nach eigenen Angaben ihre Umsatzerlöse weltweit um fünf Prozent auf 436,5 Millionen Euro gesteigert. Das EBIT (Ergebnis vor Steuern und Zinsen) nahm um 1,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal auf 29 Millionen Euro zu.

Dabei sieht sich das Unternehmen weiterhin mit ungünstigen Rahmenbedingungen konfrontiert. Die Sparmaßnahmen aufgrund der Schuldenkrise in Euro-Staaten wirkten sich weiterhin negativ auf die nationalen Budgets für Gesundheitsleistungen aus, heißt es in einer Mitteilung des Unternehmens.

Entsprechend setzte sich der Preisdruck fort. Überdies musste das Unternehmen höhere Beschaffungspreise für Rohstoffe und Handelswaren kompensieren.

Im Geschäftssegment Wundmanagement verzeichnete Hartmann im 1. Quartal 2012 eine Zunahme der Umsatzerlöse um 5,5 Prozent auf 115,1 Millionen Euro.

Wachstumsimpulse gingen von den Produktsystemen für die moderne und traditionelle Wundbehandlung sowie bei postoperativen Verbänden aus.

Im Segment Inkontinenzmanagement lagen die Umsätze per 31. März bei 157 Millionen Euro. Dies entspricht einer Steigerung um 5,6 Prozent. MoliCare Mobile, die Inkontinenzhose für mobile Patienten, sei erneut das wachstumsstärkste Produkt in diesem Segment gewesen.

Die Umsätze im Segment Infektionsmanagement verbesserten sich im 1. Quartal um 0,9 Prozent auf 96,3 Millionen Euro. Besonders in den Produktkategorien OP-Komplettsets, Händedesinfektion und OP-Einweginstrumente habe Hartmann erfreuliche Umsatzzuwächse erzielen können.

Weniger Umsatz bei Untersuchungshandschuhen

Bei den Untersuchungshandschuhen hingegen verzeichnete das Unternehmen aufgrund drastisch gestiegener Rohstoffpreise und einer entsprechenden Erhöhung der Verkaufspreise einen Umsatzrückgang.

Per 31. März 2012 habe der Anteil der medizinischen Kernsegmente am Gesamtumsatz bei 84,4 Prozent gelegen, heißt es weiter. Die Eigenkapitalquote lag Ende des 1. Quartals 2012 bei 53,4 Prozent. Zum 31. März 2012 betrug die Nettoverschuldung der Gruppe 151,9 Millionen Euro.

"Wir sind überzeugt, dass sich Hartmann auf dem richtigen Weg befindet", so Dr. Rinaldo Riguzzi, Vorstandsvorsitzender der Paul Hartmann AG.

Mit Innovationen wolle das Unternehmen künftig noch stärker als bisher maßgeschneiderte Lösungen für hygienische und effiziente Arbeitsprozesse seiner Kunden anbieten und seinen Anspruch verstärken, als Komplettanbieter im Markt zu agieren.

Großes Wachstumspotenzial sieht Hartmann in seinem breiten Sortiment zur Vorbeugung von nosokomialen Infektionen.

Um im zunehmend schwierigen Umfeld langfristig wettbewerbsfähig zu bleiben, setze der Konzern seine internen Effizienzsteigerungs- und Ergebnisstabilisierungsprogramme mit hoher Intensität fort.

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