Ärzte Zeitung, 08.05.2012

Nur jedes zwölfte Unternehmen sucht ältere Mitarbeiter

Die Probleme, die der demografische Wandel mit sich bringt, sind bekannt. Doch die Unternehmen verschließen die Augen davor.

GÜTERSLOH (dpa). Viele Unternehmen kümmern sich laut einer Studie kaum um die Folgen des demografischen Wandels im Arbeitsleben. So suche nur jedes zwölfte Unternehmen gezielt nach Arbeitnehmern im Alter über 50.

Das berichtete die Bertelsmann Stiftung am 7. Mai in Gütersloh über eine mit dem Beratungs- und Dienstleistungsunternehmen Mercer vorgelegte Studie. Auch nach der Umstellung auf die Rente mit 67 rechne nur jeder zweite Betrieb zukünftig mit mehr Arbeitsplätzen für über 60-Jährige.

Zwar seien die Probleme durch die älter werdende Gesellschaft bekannt. "An Lösungen mangelt es jedoch", erklärte die Stiftung.

Die konsequente Förderung des Miteinanders verschiedener Generationen werde im Arbeitsalltag häufig vernachlässigt. Zwar stehe für mehr als die Hälfte der befragten Unternehmen (56 Prozent) die Erhaltung etwa der Arbeits- und Leistungsfähigkeit der Mitarbeiter im Vordergrund.

Aber nur ein Drittel der Betriebe halte den Aufbau eines Gesundheitsmanagements für vordringlich. Handlungsbedarf sehen die Betriebe eher bei Themen wie Vereinbarkeit von Familie und Beruf.

Maßnahmen gegen die Folgen des demografischen Wandels scheitern nach Angaben der Befragten aus mehreren Gründen: 40 Prozent hätten die Dringlichkeit des Themas noch nicht genug erkannt. Die Hälfte habe keine ausreichenden personellen und finanziellen Ressourcen. Bei einem Drittel fehlten feste Verantwortlichkeiten für das Thema.

"Mehr als ein Drittel der Unternehmen hat bisher keine Altersstrukturanalyse durchgeführt", berichtete die Stiftung. An der Studie nahmen 218 Personen aus 200 Unternehmen in Deutschland, Österreich und der Schweiz im ersten Quartal 2012 teil.

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