Ärzte Zeitung online, 04.07.2012

Die Apotheke der Welt heißt Schweiz

BASEL (cw). Trotz des starken Franken hatte die Schweiz 2011 nur einen geringfügigen Rückgang ihrer Pharmaexporte zu verzeichnen.

Mit 35 Milliarden CHF (rund 29 Milliarden Euro) kann die Alpenrepublik nach Angaben des Branchenverbandes Interpharma nach wie vor den weltweit größten Exportüberschuss aller Industrienationen vorweisen.

Die wichtigste Region für die eidgenössischen Pharmafirmen ist Europa, zunehmend wächst aber auch die Nachfrage aus Schwellenländern.

Insgesamt führten die in der Schweiz tätigen Pharmafirmen vergangenes Jahr Erzeugnisse für 60,2 Milliarden CHF aus. Dem standen Importe von 25,2 Milliarden CHF gegenüber.

Damit ging der Exportüberschuss um 1,4 Prozent auf 35 Milliarden CHF zurück. Die Pharma-Ausfuhren machten "fast ein Drittel des gesamten Exportvolumens der Schweiz aus", erklärt die Interpharma.

Im Inland blieb der Pharmamarkt mit einem Gesamtumsatz von 4,86 Milliarden CHF (+0,7 Prozent, zu Herstellerabgabepreisen) stabil.

Der Teilmarkt der so genannten "kassenpflichtigen Medikamente", also derjenigen Produkte, die von den Kostenträgern erstattet werden müssen, nahm mit knapp 3,9 Millionen CHF um lediglich 0,3 Prozent zu.

Stagnation oder Schrumpfung erwartet

OTC-Produkte verbesserten sich gleichfalls kaum. Mit knapp 729 Millionen CHF betrug deren Zuwachs 0,2 Prozent.

Wenig Freude machen der Interpharma aktuelle staatliche Anpassungen der Erstattungspreise, bei denen ihrer Ansicht nach zu wenig dem Gefälle des Franken zu Auslandspreisen, auf die dabei referenziert wird, Rechnung getragen wird.

Für die kommenden drei Jahre rechnet der Verband daher "mit einer Stagnation oder einer Schrumpfung des Medikamentenumsatzes".

Um die Bedeutung der Branche für die eidgenössische Volkswirtschaft zu verdeutlichen, verweist die Interpharma nachdrücklich außer auf die Exporte auch auf die starken Forschungsausgaben ihrer Mitglieder.

Demnach gaben Actelion, Merck Serono, Novartis, Roche, Amgen, Bayer, Boehringer Ingelheim, Janssen-Cilag, UCB und Vifor 2011 in der Schweiz knapp 6,13 Milliarden CHF für Forschung und Entwicklung aus.

Das sei mehr als das Fünfache dessen, was sie in der Schweiz umsetzen, versichert die Interpharma.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Drastisch veränderte Mundflora bei Krebs

Beim Plattenepithelkarzinom der Mundhöhle ist die Zusammensetzung des oralen Keimwelt im Vergleich zu Gesunden drastisch verschoben. mehr »

Engagement, das Früchte trägt

Jungen Menschen fehlt es an Gespür für ehrenamtliches Engagement? Ein Vorurteil, wie sich bei der Springer Medizin Gala gezeigt hat. Deutlich wurde auch, dass Engagement für Hilfsbedürftige auch den Sinn für das Politische schärft. mehr »

So wird Insulin für Diabetiker produziert

Hinter den Toren des Industrieparks Höchst bieten sich faszinierende Einblicke in die Welt der Hochleistungs-Biotechnologie: Milliarden von E.coli-Bakterien produzieren hier das für Diabetiker überlebenswichtige Insulin. mehr »