Ärzte Zeitung, 11.10.2012

Schwellenländer

Novartis will Forschung voranbringen

Novartis stellt sich auf das veränderte Krankheitsmuster in den Emerging Markets ein. Das Unternehmen will dort auch die Wissenschaft voranbringen.

BASEL (sh). Novartis möchte sicherstellen, dass auch Patienten in Schwellenländern schnellstmöglich von neuen Medikamenten profitieren. Dies soll durch die Erweiterung der klinischen Studien auf neue Märkte sowie die verstärkte Zusammenarbeit mit Hochschulen und Regierungen bewirkt werden.

"Das Muster der Erkrankungen in Schwellenländern ändert sich", so Dr. Patrice Matchaba, Executive Vice President, Global Head of Development Operations, Novartis Pharmaceuticals, bei einer Pressekonferenz am Rande des von Novartis International veranstalteten BioCamps 2012, zu dem 60 ausgewählte Studierende von führenden internationalen Universitäten aus 21 Ländern und Regionen eingeladen waren.

Während in den vergangenen Jahren Infektionskrankheiten wie HIV, Malaria, Cholera oder Tuberkulose im Zentrum der Bemühungen standen, nehmen nun metabolische Erkrankungen wie Diabetes mellitus, ferner Hypertonie, Herzkrankheiten, Leber-, Lungen und Zervikalkarzinom auch in diesen Ländern immer mehr zu.

Novartis reagiert darauf, indem es die wissenschaftliche Ausbildung vor Ort stärkt und klinische Studien zu diesen aktuellen Fragestellungen durchführt.

So gibt es in China mit Changshu und Schanghai derzeit zwei Standorte, in denen klinische Forschung und Entwicklung in den Indikationen betrieben wird, die für China von Bedeutung sind.

Ein großes Forschungs- und Entwicklungszentrum ist im indischen Hyderabad entstanden. Auch in diesem Land steigt die Zahl der Patienten mit Diabetes mellitus stark. In St. Petersburg in Russland wurde 2011 mit dem Bau einer hochmodernen pharmazeutischen Produktionsanlage begonnen, die bis zum Jahr 2014 fertiggestellt sein soll.

Einblicke beim Studentenseminar

"Um besser auf die zunehmende Prävalenz von Krankheiten eingehen zu können, stärken wir die Führungsposition und weltweite Effizienz durch eine gezielte Expansion der klinischen Entwicklung in Schwellenländern. Unser Ansatz zeigt in Ländern wie China, Südafrika, Russland und Südkorea positive Resultate", resümierte Matchaba.

"Durch enge Arbeitsbeziehungen mit lokalen Gesundheitsdienstleistern werden die medizinische Versorgung und der Zugang der Patienten in den Industrie- und Schwellenländern verbessert. Wir hoffen, dass die Studierenden des BioCamp in Zukunft maßgeblich dazu beitragen, dass die Patienten weltweit optimal versorgt werden", sagte Joseph Jiminez, CEO von Novartis, bei der Pressekonferenz.

Beim internationalen BioCamp 2012 erhielten die Studenten in einem dreitägigen Seminar Einblicke in wissenschaftliche Fortschritte und in unternehmerische Chancen.

"Das beschleunigte Wachstum in den Schwellenmärkten ergänzt unsere Stärken in Europa und Nordamerika und ist der Schlüssel für die Umsetzung unserer langfristigen Unternehmensstrategie", so Jimenez weiter.

Im vergangenen Jahr hätten die sechs umsatzstärksten Schwellenmärkte zehn Prozent zum Gesamtnettoumsatz von Novartis beigetragen. Dies werde durch selektive Investitionen in Innovation, Infrastruktur und in Menschen unterstützt.

Im ersten Halbjahr 2012 sei der Nettoumsatz in den aufstrebenden Wachstumsmärkten, die alle Märkte außer den USA, Kanada, Westeuropa, Australien, Neuseeland und Japan umfassen, um sechs Prozent gestiegen und habe 24 Prozent zum Gesamtnettoumsatz von Novartis beigetragen.

Das Campus-Projekt in Basel

Das ehemalige Novartis-Fabrikationsareal St. Johann in Basel wird derzeit in einen Campus des Wissens, der Innovation und der Begegnung umgewandelt. Die Umsetzung der gesamten Planungen ist für 2030 vorgesehen. Mit modernen Arbeitsplätzen sollen die weltweit besten Talente angelockt werden. Ein Beispiel ist das Multi-Space-Konzept - eine neuartige Bürolandschaft und offen gestaltete Laborarbeitsplätze. Die neuen Gebäude auf dem Campus erfüllen einen hohen Energiestandard. Ziel ist, die Gebäude des Campus vollständig mit CO2-freier Energie zu versorgen.

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