Ärzte Zeitung, 07.05.2013
 

80 Jahre Bionorica

Vom Ein-Mann-Betrieb zum Konzern

80 Jahre Erfahrung stecken in den Phytopharmaka von Bionorica. Vorstandschef des Familienunternehmens ist heute Professor Michael Popp, der Enkel des Firmengründers Josef Popp.

bionorica-A.jpg

Forschung wird beim Phytopharmakahersteller Bionorica groß geschrieben.

© Lars Langemeier / Bionorica

NEUMARKT. Mit einem international besetzten wissenschaftlichen Fachsymposium hat das Unternehmen Bionorica SE sein 80. Gründungsjubiläum gefeiert. Die Laudatio auf den Phytoneering-Spezialisten hielt Gesundheitsminister Daniel Bahr.

Gegründet wurde das Unternehmen 1933 durch Josef Popp, den Großvater des heutigen Vorstandsvorsitzenden und Firmeninhabers Professor Michael Popp.

Der Aufstieg von einem Ein-Mann-Unternehmen zu einem weltweit führenden Konzern im Bereich Phytotherapie mit mehr als 1000 Mitarbeitern sei mit einem tief greifenden Paradigmenwechsel einher gegangen, sagte Michael Popp beim Symposium.

Beruhte der medizinische Einsatz pflanzlicher Arzneimittel ursprünglich allein auf Kenntnissen der Erfahrungsheilkunde, so sei heute der Wirksamkeitsnachweis per evidenzbasierter Medizin das zentrale Kriterium bei der Einführung neuer Arzneimittel.

In seinem Ausblick in die Zukunft betonte Popp, dass der modernen Medizin vielfältige Herausforderungen bevorstünden.

Als Beispiele für die Probleme der Zukunft nannte er die zunehmende bakterielle Resistenz gegenüber Antibiotika, die Zunahme problematischer, viraler Infektionen, die Problematik der Polypharmazie sowie unerwünschter Interaktionen von Medikamenten als Nebeneffekt der demografischen Entwicklung sowie die Kosten einer adäquaten Gesundheitsversorgung in den ärmeren Ländern.

Vielfältige Wirkungen

Wie der begleitende international hochkarätig besetzte Workshop ("80 years of Bionorica phytoneering") deutlich machte, versprechen sich viele Forscher gerade von der Phytomedizin wegweisende Antworten auf diese Fragen.

Da pflanzliche Extrakte Vielstoffgemische sind, greifen diese an vielen molekularen Zielstrukturen gleichzeitig an. Dieser Multi-Target-Ansatz der pflanzlichen Inhaltstoffe führt zu vielfältigen pharmakologischen Wirkungen - antibakterielle, antivirale und antientzündliche.

Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr hob in seiner Rede hervor, dass Bionorica sich schon immer und in herausragender Weise den besonderen Rahmenbedingungen und Herausforderungen der Gesundheitspolitik gestellt habe, wie etwa dem Wegfall der generellen Erstattungsfähigkeit pflanzlicher Arzneimittel in 2004.

Er rechne es dem Unternehmen hoch an, dass es diese Herausforderung damals als Chance genutzt habe, um mit seiner Zuwendung zu wissenschaftlich-klinischen Studien inzwischen die Standards im Bereich Phytomedizin zu setzen, sagte Bahr. (eb)

Nach Informationen des Unternehmens Bionorica SE

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Überlebensvorteil bei Übergewicht nur ein Trugschluss?

Übergewicht ist ein kardiovaskulärer Risikofaktor, doch wer schon eine entsprechende Erkrankung hat, lebt länger. Stimmt dieses "Adipositas-Paradox" vielleicht gar nicht? mehr »

Digitalisierung – Ärzte zwischen Hoffnung und Ernüchterung

Viele Ärzte im Krankenhaus verbinden mit der Digitalisierung die Hoffnung auf Arbeitserleichterungen. Zugleich beklagen sie mangelhafte Vorbereitung und Umsetzung, so eine Umfrage. mehr »

Oh, Britannia! Was hat der "Brexismus" aus dir gemacht?

Von wegen Tea Time, Queen und Linksverkehr: Nicht nur der Blick der Briten auf die EU hat sich geändert. Umgekehrt blicken auch Menschen weit außerhalb Europas inzwischen mit Unverständnis auf die Insel. mehr »