Ärzte Zeitung online, 30.07.2013
 

Forschung

Pharma und Chemie geben Gas

Unternehmen der beiden Branchen investieren über Schnitt in die Entwicklung. Der Frühindikator für Forschung und Entwicklung nimmt aber bereits auch das dritte Jahr in Folge ab.

Pharma und Chemie geben Gas

Auf dem Weg zu neuen Arzneien? Die Pharmabranche lässt sich bei der Forschung und Entwicklung finanziell nicht lumpen.

© Franz Pfluegl / fotolia.com

 BERLIN/ESSEN. Die Investitionen der deutschen Unternehmen in Forschung und Entwicklung (F&E) werden auch dieses Jahr zunehmen, der Aufwärtstrend hat sich aber abgeschwächt. Der F&E-Frühindikator des Stifterverbandes für die Deutsche Wissenschaft liegt mit einem Wert von 0,2 zwar weiterhin im Plus, nimmt aber bereits das dritte Jahr in Folge ab.

Dahinter steckt eine zunehmende Vorsicht der Unternehmen im Hinblick auf die weitere Entwicklung, wie der Stifterverband informiert.

Der Frühindikator des Stifterverbandes gibt nach eigenen Angaben erste Hinweise darauf, wie sich Forschung und Entwicklung der Wirtschaft im aktuellen Jahr entwickeln. Er beruht auf den Einschätzungen von 937 Unternehmen, die der Stifterverband im zweiten Quartal 2013 nach der voraussichtlichen Entwicklung der F&E-Aufwendungen des laufenden Jahres befragt hat.

Dabei hätten 58 Prozent der Unternehmen angegeben, sie würden ihre F&E-Ausgaben gegenüber 2012 steigern, vergangenes Jahr seien noch mehr als 70 Prozent von steigenden F&E-Aufwendungen ausgegangen.

Ein Drittel spart bei Forschung und Entwicklung

Gut ein Drittel der Unternehmen plane, die Ausgaben für Forschung und Entwicklung im Jahr 2013 herunterzufahren. Die restlichen sehen keine Veränderung. Der Aufwärtstrend, der seit der Überwindung der Wirtschafts- und Finanzkrise des Jahres 2009 zu beobachten sei, werde also weiter fortgesetzt, so der Stifterverband.

Allerdings nehme der Indikatorwert seit 2010 kontinuierlich ab. Habe er 2010 noch 0,44 und 2011 0,42 betragen, habe er sich schon im Vorjahr nur auf 0,25 belaufen.

"Die Unternehmen sind vorsichtiger geworden, was Prognosen angeht", kommentiert der Erhebungsleiter Andreas Kladroba. "Möglicherweise haben die Unternehmen Angst, eine falsche Euphorie zu schüren", schiebt er nach. Allerdings, so relativiert Kladroba, handle es sich beim Frühindikator um eine Momentaufnahme.

Die tatsächliche Entwicklung der F&E-Aufwendungen der deutschen Wirtschaft werde erst die Erhebung im nächsten Jahr zeigen.

Ehemalige F&E-Motoren halten sich sehr zurück

Mit 65 bis 70 Prozent am ambitioniertesten zeigen sich Chemie und Pharma, wenn es um die Steigerung der Ausgaben für F&E geht. Die anderen großen Industriebranchen Maschinenbau, Elektrotechnik und KfZ-Bau lägen ungefähr im Durchschnitt.

Auffällig sei, dass sich die Informations- und Kommunikationstechnologie sowie die Dienstleistungsunternehmen, die sich in den letzten Jahren mehr als einmal als Motor von F&E erwiesen hätten, aktuell eher vorsichtig seien. In beiden Fällen liege der Anteil der Unternehmen, die mehr für ausgeben wollen, bei unter 50 Prozent. (maw)

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