Ärzte Zeitung, 09.12.2013
 

USA

23andMe setzt DNA-Analysen aus

Der US-Gentest-Anbieter 23andMe reagiert auf das Einschreiten der FDA. Tests werden weiter verkauft, Analysen gibt es nicht mehr.

WASHINGTON. Der kalifornische Gentest-Kundendienstleister 23andMe wird DNA-Tests seiner Kunden vorerst nicht mehr auf medizinische Risiken hin auswerten.

Das Unternehmen zieht damit die Konsequenz aus einem Warnbrief der amerikanischen Lebensmittel- und Pharmaaufsicht FDA. Die Behörde hatte darauf hingewiesen, dass 23andMe keine Zulassung für die medizinische Auswertung der Selbsttest-Sets hat.

23andMe wird seinen Betrieb nach eigenen Angaben allerdings nicht gänzlich einstellen, sondern die Gentests weiterhin anbieten.

Die Ergebnisse sollen jedoch nur noch Analysen zur genetischen Abstammung sowie die rohen DNA-Daten enthalten, teilte das Unternehmen am Freitag auf seiner Website mit. Eine medizinische Auswertung, etwa ob ein erhöhtes Risiko für bestimmte Erbkrankheiten besteht, wird vorerst nicht mehr angeboten.

23andMe verkauft einen Speicheltest für 99 Dollar. Die Firma analysiert bisher anschließend die Ergebnisse der eingeschickten Selbsttests.

Fehldiagnosen befürchtet

Die FDA hatte bemängelt, das Unternehmen habe nicht belegen können, dass die medizinischen Testergebnisse sicher seien beziehungsweise einen Nutzen hätten. Die Behörde befürchtete deshalb Fehldiagnosen.

Das könnte einerseits Menschen mit erhöhtem Risiko von Erbkrankheiten falsche Sicherheit geben und andererseits ungefährdete Kunden zu kostspieligen oder gefährlichen Behandlungen verleiten.

23andMe setzt nun darauf, im Dialog mit der FDA doch noch eine Zulassung für seine medizinischen Analysen der Gen-Daten zu erhalten.

Kunden, die ihre Tests vor dem Stichtag am 22. November 2013 gekauft haben, können über das Portal weiterhin auch die medizinischen Analysen einsehen. (dpa)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Wie Grippeviren ihr Erbgut steuern

Forscher haben nachgewiesen, wie Gene von Influenza-A-Viren an- und abgeschaltet werden. Die Erkenntnisse sollen die Entwicklung neuer Therapien vorantreiben. mehr »

Mehr Transparenz soll die Wogen der SPRINT-Studie glätten

Der Streit um die SPRINT-Studie hält an. Im Fokus steht die genutzte Methode der Praxisblutdruckmessung, um die sich Gerüchte rankten. Jetzt hat die SPRINT-Gruppe für mehr Transparenz gesorgt. mehr »

Vorsorge für den Brexit – Ansturm auf das Aufenthalts-Zertifikat

Viele Gesundheitsfachkräfte aus EU-Ländern haben Großbritannien schon verlassen. Diejenigen, die bleiben wollen, versuchen nun, das "Settled-Status"-Zertifikat zu erlangen. mehr »