Ärzte Zeitung, 07.02.2014

Studie

Ertragskraft neuer Medikamente geht zurück

DÜSSELDORF. Die Ertragskraft der Pharmaforschung geht dramatisch zurück: Wie die Unternehmensberatung Deloitte in einer neuen Studie behauptet, hat die Internal rate of return (IRR) der Pharma-Pipelines "in den letzten vier Jahren beständig abgenommen - jährlich von durchschnittlich 10,5 auf 4,8 Prozent".

Analysiert wurden die Entwicklungsprojekte von zwölf großen Unternehmen, wobei auf kurz- und mittelfristig marktreife Kandidaten fokussiert wurde. Der geschätzte Wert all dieser Projekte sei im Beobachtungszeitraum von knapp 1,4 Billionen US-Dollar auf 913 Milliarden Dollar gesunken.

Als Ursachen für die abnehmende Ertragskraft der Pharmaforschung werden unter anderem Kostendämpfungsmaßnahmen in den Gesundheitssystemen genannt bei gleichzeitig steigenden Kosten für den Prozess der Produktentwicklung. Letztere hätten sich zwischen 2010 und heute um fast 18 Prozent erhöht.

Als Antwort auf die Misere empfehlen die Berater neben Effizienzmaßnahmen in F&E auch eine "verbesserte Selektion marktfähiger Wirkstoffe". Bisher seien die Unternehmen immer davon ausgegangen, dass der Markt "prinzipiell bereit ist, innovative Präparate zu bezahlen".

Diese Annahme erweise sich jedoch in zunehmendem Maße als trügerisch. Pharma-Innovationen müssten daher "künftig noch besser auf die Patientenbedürfnisse abgestimmt sein". (cw)

Link zur Studie "Measuring the return from pharmaceutical innovation 2013: http://bit.ly/1gPzDrI

Topics
Schlagworte
Unternehmen (11290)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Intensives Ausdauertraining bremst frühen Parkinson

Sport lohnt sich: Kommen Parkinsonkranke im frühen Stadium regelmäßig ins Schwitzen, bleiben ihre motorischen Fähigkeiten über mindestens ein halbes Jahr hinweg stabil. mehr »

Das erhöht die Organspendebereitschaft

Beauftragte an Kliniken für Transplantationen sollen von allen anderen Aufgaben entbunden werden – das verlangt die Deutsche Stiftung Organtransplantation. Neue Zahlen aus Bayern geben ihr Argumentationshilfe. mehr »

Krebsüberlebende nach Infarkt oft untertherapiert

Patienten mit Herzinfarkt, die eine Krebsdiagnose in ihrer Anamnese stehen haben, erhalten seltener eine leitliniengerechte Therapie. Das wirkt sich auch auf die Mortalität aus. mehr »