Ärzte Zeitung online, 13.03.2014

Konjunktur

Das Wachstum in Deutschland zieht an

Die Weltwirtschaft kommt auf Touren. In der Euro-Schuldenkrise haben die Sorgenkinder das Schlimmste überstanden. Europas größte Volkswirtschaft Deutschland profitiert davon mit deutlich steigendem Wachstum - sagen die Wirtschaftsforschungsinstitute.

BERLIN/ESSEN. Deutschland steht aus Sicht von Konjunkturforschern vor einem kräftigen Aufschwung bis mindestens ins Jahr 2015.

Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) rechnet schon für 2014 mittlerweile mit 1,8 Prozent Wachstum - das Rheinisch-Westfälische Institut für Wirtschaftsforschung (RWI) mit 1,9 Prozent.

Für 2015 erwarten beide Institute nach ihren am Mittwoch veröffentlichten Prognosen, dass das Bruttoinlandsprodukt (BIP) der größten europäischen Volkswirtschaft sogar um 2,1 Prozent anzieht.

2013 wurde Deutschland dank der Konsumfreude der Verbraucher mit 0,4 Prozent inmitten der kriselnden Eurozone vor Schlimmerem bewahrt. Unterdessen ist die Zahl der Firmenpleiten dank guter Konjunktur auf den niedrigsten Stand seit 1996 gesunken.

Lage am Arbeitsmarkt ist weiter gut

Profitieren wird die deutsche Wirtschaft den Prognosen zufolge vor allem von zwei Faktoren: Der Lage am Arbeitsmarkt und steigenden Investitionen der Unternehmen.

Die Rekordbeschäftigung, die vergleichsweise niedrige Teuerung und spürbare Lohnerhöhungen dürften den Konsum weiter anregen. Die ohnehin gute Arbeitsmarktlage wird sich demnach weiter verbessern - allerdings nach den Prognosen mit gemindertem Tempo.

Mindestlohn wird 100.000 Jobs kosten

DIW und RWI weisen darauf hin, dass die Einführung eines allgemeinen Mindestlohnes die Dynamik bremsen dürfte. Da der Mindestlohn, so argumentiert das RWI, die Arbeitskosten erhöhe, seien die Erfolge der Arbeitsmarktreformen "erheblich gefährdet".

DIW-Konjunkturexperte Ferdinand Fichtner schätzt, dass der Mindestlohn zum Verlust von rund 100.000 Arbeitsplätzen führen werde. "Wir nehmen an, etwa drei Prozent der Betroffenen werden ihren Job verlieren."

Außerdem dürften sich die Investitionen dem DIW und dem RWI zufolge beleben, auch weil der Export von der allmählichen Erholung des übrigen Euroraumes und der robusten Weltkonjunktur profitiert. (dpa)

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