Ärzte Zeitung, 04.08.2014

Biotechnologie

Eine bayerische Erfolgsgeschichte

Biotech in Bayern brummt - im Gegensatz zur bundesweiten Stagnation in der Branche.

MÜNCHEN. Die 207 im "Biotechnologie Cluster Bayern" (BCB) organisierten Vertreter der Branche sehen sich weiterhin gut gerüstet für zukünftige Herausforderungen.

So führen die Bayern bundesweit weiterhin das Feld der Biotech-Regionen auf dem ersten Platz an. Das geht aus dem aktuellen Branchenbericht für den Zeitraum 2013/14 hervor, den federführend die BioM Biotech Cluster Development GmbH im Auftrag des bayerischen Wirtschaftsministeriums erstellt hat.

Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum sei in der Branche in Bayern ein deutlicher Anstieg des Umsatzes um gut neun Prozent auf insgesamt 3,1 Milliarden Euro erreicht worden. Großen Anteil hieran trage zwar das größte bayerische Biotechnologieunternehmen Roche Diagnostics am Standort Penzberg.

Doch auch die kleinen und mittelständischen Unternehmen (KMU) der Biotech-Branche hätten ihren Umsatz deutlich um fünf Prozent auf rund 440 Millionen Euro steigern können. Auch damit hebe sich die bayerische Biotech-Branche vom Bundesdurchschnitt ab. Denn dort herrsche quasi Stagnation vor.

Nach Ansicht von Professor Horst Domdey, Sprecher des Bayerischen Biotechnologie Clusters, schützt eine gute Verfassung die Biotech-Branche in Bayern vor einem Stillstand.

"Eine Stagnation ist, wenn sich überhaupt nichts mehr tut. Davon kann in unserer Branche in Bayern überhaupt nicht die Rede sein. Die Basis an Technologie- und Produktentwicklung ist so breit, innovativ und international bestens aufgestellt, dass uns einzelne Rückschläge nicht erschüttern müssen", so Domdey.

Insgesamt zählt der BCB nach eigenen Angaben nun 207 Biotechnologiefirmen, davon etwa 175 Klein- und mittelständische Unternehmen, über 60 Auftragsforschungsinstitute (CRO), fast 40 Pharmaunternehmen sowie 26 weitere Firmen wie Zulieferer oder Auftragshersteller. Insgesamt beschäftigten die Biotechnologiefirmen gut 11.000 Mitarbeiter in Bayern.

Wie Domdey im Vorwort zum aktuellen Branchenbericht betont, sehe er in der Kooperation der Unternehmen den Schlüssel zum Erfolg der Branche. "Hier sind zum einen die Kooperationen der bayerischen Biotechnologie-Standorte miteinander zu nennen. Das Netzwerk Bavarian Biotech Cluster schafft einen regen Austausch zwischen und einen zentralen Zugang zu den Biotech-Standorten Erlangen-Nürnberg, München, Regensburg, Straubing und Würzburg."

Jeder dieser Standorte habe in den vergangenen Jahren ein ganz eigenständiges Profil mit spezifischen Kernkompetenzen entwickelt. Mit gemeinsamen Aktivitäten unterstütze der BCB die Kooperation von Forschern und Unternehmen in Bayern, aber auch mit nationalen und internationalen Partnern und helfe so, dieWahrnehmung des High-Tech-Landes Bayern zu erhöhen.

Domdey hebt aber auch den Stellenwert Münchens bei den von der Politik angestrebten überregionalen Gesundheitsforschungszentren hervor, die sich der translationalen Forschung in den Feldern Krebs, Infektionskrankheiten, Lunge, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Neurodegeneration und Diabetes widmen sollen.

München sei hierbei als einziger deutscher Standort an allen sechs Gesundheitsforschungszentren beteiligt - "ein Beleg, wie attraktiv und gut vernetzt die bayerische Wissenschaftsszene ist", so Domdey. (maw)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Angst vor Stürzen sorgt für Verzicht auf Antikoagulans

Ein erhöhtes Sturzrisiko ist noch immer der häufigste Grund, auf eine orale Antikoagulation bei Vorhofflimmern zu verzichten. mehr »

"Mehr Geld für Kranke, weniger für Gesunde"

15:47Die Verteilungsregeln für den Finanzausgleich zwischen den Krankenkassen sollen deutlich verändert werden. Das hat ein Expertenkreis beim Bundesversicherungsamt jetzt vorgeschlagen. Die Meinung der Kassen ist geteilt. mehr »

Warum der Zuckersirup zum dicken Problem werden könnte

Seit Anfang Oktober gibt es in der EU keine Quotenregelung mehr für die aus Mais, Getreide oder Kartoffeln gewonnene Isoglukose. Experten befürchten eine Zunahme von Übergewicht und Diabetes. mehr »