Ärzte Zeitung, 15.09.2014

Eingestellt

Merck gibt Krebs-Kandidat Tecemotide auf

DARMSTADT. Das Pharma- und Chemieunternehmen Merck KGaA hat einen Rückschlag in seiner Krebsforschung gemeldet. Sämtliche klinischen Studien mit dem Krebskandidaten Tecemotide gegen nichtkleinzelliges Bronchialkarzinom (NSCLC) würden eingestellt, teilte Merck am Freitag mit.

Die Substanz wurde früher auch als "Stimuvax" oder auch "L-BLP25" bezeichnet. Tecemotide soll eine Immunantwort auf MUC1-exprimierende Tumorzellen bewirken. Tecemotide hatte bereits früher mehrere Phase-III-Studien durchlaufen.

Zuletzt wurde 2012 bei Lungenkrebs-Patienten der primäre Endpunkt Gesamtüberleben verfehlt.

Weil jedoch signifikante Effekte in der Subgruppe derjenigen Patienten beobachtet wurden, die Chemo und Bestrahlung gleichzeitig erhielten und anschließend den Tecemotide, wollte Merck den Wirkstoff nicht aufgeben und startete Ende 2013 erneut eine klinische Prüfung an Patienten mit inoperablem Lungenkrebs.

Da der erhoffte Nutzen für diese Subgruppe jedoch von jüngsten Studiendaten nicht bestätigt wurde, wolle man sich nun auf vielversprechendere Krebs-Entwicklungen konzentrieren. (cw)

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Anti-Alzheimer-Wirkstoff beschleunigt kognitiven Abbau

Beta-Sekretase-Hemmer stoppen die Entwicklung einer Demenz nicht – ganz im Gegenteil: Die Medikamente scheinen die kognitive Leistung sogar zu verschlechtern. mehr »

Kinderärzte für Impfpflicht bei Ärzten und Assistenzberufen

Eine Impfpflicht nur für Kinder? Das geht den Pädiatern nicht weit genug. Dem Deutschen Ethikrat aber stößt die Art der Debatte sauer auf. mehr »

Kammerpräsidentin fordert Masernimpfung für Ärzte

"Ohne Wenn und Aber": Die Präsidentin der Ärztekammer Niedersachsen, Dr. Martina Wenker, hat sich für eine "generelle Impfpflicht gegen Masern" ausgesprochen. mehr »