Ärzte Zeitung, 24.08.2015

Pharma

Shire will mit Baxalta fusionieren

Der irische Pharmahersteller Shire hat ein Auge auf die einstige Blutprodukte-Sparte des US-Konzerns Baxter geworfen.

DUBLIN/DEERFIELD. Erst seit Anfang Juli an der Börse und schon heiß umworbener Übernahmekandidat: Die unter dem Namen Baxalta ausgegliederte Pharmasparte des Healthcarekonzerns Baxter erhält Avancen von dem Orphan-Drug-Hersteller Shire. 34 Milliarden Dollar bietet das in Irland beheimatete Unternehmen den Baxalta-Aktionären, allerdings ausschließlich in eigenen Aktien.

Das seien 36 Prozent Aufschlag auf den Kurs der Baxalta-Aktie von Anfang August, heißt es. Starke operative Synergien beider Geschäfte, Steuervorteile durch die Veranlagung in Irland sowie eine bessere Risikostruktur als im Alleingang: Das sind einige der Pluspunkte, die Shire-Chef Flemming Ornskov in einem offenen Brief an den Baxalta-CEO Ludwig Hantson zugunsten einer Fusion geltend macht.

In der Baxalta-Zentrale in Deerfield, nördlich Chicagos, sieht man das allerdings noch nicht. Shire habe ein gleichlautendes Angebot bereits am 10. Juli lanciert, heißt es in einer Stellungnahme.

Das Baxalta-Management vertrete die Ansicht, dass Shires Offerte "nicht im besten Interesse von Baxalta oder seiner Aktionäre sei". Das Angebot bewerte Baxalta nicht hoch genug. Außerdem komme ein Merger so kurz nach dem Börsengang ungelegen, heißt es weiter.

Baxalta ist auf Blutprodukte spezialisiert: Präparate gegen Hämophilie, Immunglobuline sowie Gerinnungshemmer für Op-Anwendungen. 2014 setzte die damalige Baxter-Sparte 6,7 Milliarden Dollar (+8,0 Prozent) um. Damit gilt das Unternehmen als Marktführer unter den Anbietern von Blutprodukten.

Shires Portfolio umfasst ADHS-Wirkstoffe und Orphan Drugs. Der irische Konzern sucht derzeit intensiv nach Akquisitionsgelegenheiten. Erst Mitte Juni wurde eine Übernahmeofferte für den Schweizer PAH-Spezialisten Actelion abgegeben. (cw)

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

„Das ist keine Propagandaschlacht der KBV“

Einiges im geplanten TSVG stößt Ärzten sauer auf. Im Interview erläutern die drei KBV-Vorstände, warum sie denken, dass sich Änderungen noch durchsetzen lassen. mehr »

Besseres Arbeitsklima könnte jeden zwölften Infarkt verhindern

Wer unter Mobbing oder Gewalt am Arbeitsplatz leidet, hat ein stark erhöhtes Risiko für Infarkte. Häufig betroffen: Sozialarbeiter, Lehrer – und Gesundheitsberufe. mehr »

TK senkt Zusatzbeitrag – Barmer nicht

Nach und nach geben die Kassen ihren Beitragssatz für 2019 bekannt – nun taten dies die Kassen-Schwergewichte TK und Barmer sowie zwei weitere AOKen. mehr »